SUV-Letter
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Jaguar I-Pace - radikales neues Briten-SUV

Jaguar i Pace 2018 m

Jahrzehnte lang ließ es die urbritische Fahrzeugschmiede gemächlich angehen. Begonnen hat Jaguar mit der Produktion von Seitenwagen für Motorräder - unter dem Namen "Swallow" (=Schwalbe). Bald folgte die Raubtier-Ära, die seit über 80 Jahren bis heute anhält.
Lange Zeit galt für Jaguar: entweder extrem sportlich oder extrem komfortabel. Dazwischen schien es nichts zu geben. Der Rennstrecken-Ableger "E-Type" und der noble XJ sind Legende. Dann aber - um die Jahrtausendwende herum - geschah etwas Ungeheuerliches: Der erste Jaguar mit Frontantrieb, der X-Type, eigentlich ein mühsam auf nobel getrimmter Ford Mondeo, erschien auf dem Markt. Die konservative Jaguar-Klientel war geschockt. Frontantrieb! Doch damit nicht genug. Sehr bald folgte der erste Dieselmotor in einer Raubkatze. Shocking! Dann folgte der nächste Schlag: ein Jaguar Kombi, der "X-Type Estate", der erste praktische Jaguar überhaupt und trotzdem "extremely shocking".

Als anderthalb Jahrzehnte später der Jaguar F-Pace in die Welt der hochgelegten Edlen eindrang, hatten sich die konservativen Gemüter wieder etwas beruhigt. Ein SUV von Jaguar, als Gegenstück zu den kantigen Land und Range Rover - warum nicht?
Der überraschende Erfolg des Audi Q5-Gegners ließ den Ingenieuren in Solihull keine Ruhe. Warum nicht das Ganze noch einmal eine Klasse tiefer versuchen? Im Januar 2018 ging der Jaguar E-Pace in den Verkauf, vermutlich der vernünftigste und praktischste Jaguar, der je gebaut wurde. Innerhalb kürzester Zeit wurde der kompakte Praktiker zum meistverkauften Jaguar aller Zeiten. Es wurde Zeit etwas Neues zu wagen. Das Neue erhielt die knappe Modellbezeichnung "Jaguar I-Pace". Ein vollelektrisches hochelegantes SUV, das sowohl die Welt der Elektroautos als auch die der Premium-SUVs gehörig aufmischen wird.

 

Ungewöhnlich - das Credo des neuen Jaguar I-Pace

Jaguar i Pace 2018 Heckperspektive m

Den Jaguar I-Pace mit einem Adjektiv beschreiben zu wollen fällt leicht - er ist ungewöhnlich. Schon die Proportionen verraten den besonderen Weg, den die Briten mit ihrem neuen Vollelektro-SUV eingeschlagen haben. 4,68 Meter ist der I-Pace lang, 2.01 Meter breit und nur 1,57 Meter hoch. Damit ist er deutlich niedriger als der kleinere E-Pace, kürzer als der F-Pace und deutlich schmaler als die kantigen großen Range Rover. Ähnliche Außenmaße sind bei SUV kaum zu finden - und bei vollelektrischen schon gar nicht.
Von der Silhouette her ähnelt der I-Pace eher einer Sportlimousine vom Schlag eines Jaguar XF. Innen zeigt sich, dass das außergewöhnliche Format durchaus Vorteile hat. Vom Gepäckraum her kann ein Jaguar XF mit dem Vollelektriker-SUV nicht annähernd mithalten - trotz fast fünf Metern Außenlänge. Erst der "Sportbrake" genannte Kombi-XF übertrifft den I-Pace deutlich.
Alle fünf Passagiere profitieren beim Jaguar I-Pace von einem erhabenen Raumgefühl - die wenigen Zentimeter zusätzlicher Höhe gegenüber einer klassischen Sportlimousine sind Gold wert.
Wer 1.580 Euro zusätzlich in die unbedingt empfehlenswerte Luftfederung investiert, bekommt eine extrem komfortable, ungewöhnliche Reiselimousine.

 

Die Reichweite - DAS Thema bei Elektroautos

400 PS leistet der Jaguar I-Pace - rechnerisch 100 PS für jedes angetriebene Rad. Das ist mehr als ausreichend. Bei 200 km/h wird der Jaguar sanft abgeregelt, wer mehr will, hat den Sinn des I-Pace nicht verstanden. 4,8 Sekunden von Null auf 100 km/h sind beeindruckend, sagen aber nur die halbe Wahrheit. Denn viel imposanter als die nackte Zahl ist die Art wie sich die elektrische Raubkatze in Bewegung setzt. Das hektische planlose, ruckelige Schalten eines Doppelkupplungsgetriebes ist dem Jaguar vollkommen fremd, ebenso wie die trägen Schaltvorgänge mancher zu sanften Wandlerautomaten. Kein pfeifender Turbolader ist zu hören, kein zorniges Brummen eines überforderten Vierzylinders, kein widerwilliges Knurren eines Diesels. Der Jaguar I-Pace beschleunigt einfach, sanft, gleichmäßig, allerdings sehr nachdrücklich, ohne Pause, ohne Rucken oder Zucken, so vehement, als würde er an einem am Horizont befestigten Gummiband nach vorn gezogen. Allein dieses Erlebnis ist Umsteigern von Benziner oder Diesel viele tausend Euro wert.
Wie aber steht es um die Reichweite im Alltag? Das ist Thema Nummer Eins für umsteigewillige Verbrenner-Fahrer, die im besten Fall an Reichweiten von 1000 und mehr Kilometern gewöhnt sind.
480 Kilometer gibt Jaguar für den neuen I-Pace an, ein für Vollelektriker guter Wert, über den Verbrenner-Fahrer nur müde lächeln können. Doch das ist auch wieder nur die halbe Wahrheit. Denn der Fahrer eines Mercedes GLC kommt mit dem serienmäßigen 50(!)-Liter-Tank unter Umständen auch nur 400 Kilometer weit. Es ist wohl alles relativ - und letztendlich entscheidet der rechte Fuß, wie weit es geht, ob Diesel, Benziner, Hybrid oder Elektro.

 

77.850 Euro - Eintrittskarte in die Welt des Jaguar I-Pace

Allrad-SUV, viel Platz, viel Komfort. Natürlich gibt es günstigere Angebote als den Jaguar I-Pace. Der Mitsubishi Outlander PHEV, ein genialer, trotzdem nur halbherziger Schritt in die SUV-Zukunft, bietet kaum weniger.
Ein Tesla X 75D, der einstige Überflieger der Elektromobilität, kostet 20.000 Euro mehr bei geringerer Reichweite und erschreckt zusätzlich durch stark schwankende Verarbeitungsqualität und unsichere Zukunft.
Der Audi E-Tron ist zur Zeit der einzige wirkliche Konkurrent des Jaguar I-Pace. Gleicher Preis, ähnliche Eckdaten. Zwei Nachteile hat der Ingolstädter: Ein Jahr weniger Werkgarantie und - er ist kein Jaguar. (Fotos © by Jaguar)

 

Tags: Jaguar, Jaguar I-Pace, SUV-Neuheiten

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