Geschrieben von suVCar

Der perfekte Kindersitz für deinen SUV

Welcher Kindersitz ist der Richtige?
Foto © by Nomadsoul1/Shotshop.com

Spätestens, wenn aus einem Paar eine kleine Familie wird, stellt sich die Frage nach dem perfekten Familienauto. Damit ist auch unweigerlich jene nach dem optimalen Kindersitz verbunden.

Mit einem SUV ist für viele Eltern zumindest die erste Frage schnell geklärt - immerhin bieten diese Fahrzeuge neben hohem Komfort und ausreichend Platz auch zahlreiche Sicherheitsmerkmale.

Um aber auch die Sicherheit der Kleinsten zu gewährleisten, muss der Kindersitz exakt ausgewählt werden. Wie aber finden den perfekten Kindersitz fürs Kind?


Inhalt:


Welchen Kindersitz soll ich nehmen?

Nach was soll ich gehen, nach dem Alter oder nach der Größe?

Kindersitze sind in drei Normen erhältlich, die nach Gewichtsklassen (ECE R 44/03 & 44/04) oder auch nach der Größe (ECE R 129) unterschieden werden. Ältere Prüfnormen, wie etwa "ECE R44/01" oder "ECE R44/02" dürfen seit 2008 nicht mehr in Deutschland verwendet werden.

 

In der Europischen Union regeln aktuell drei gültige Zulassungs-Normen die Kindersitze:

Norm: ECE R 44/04 seit 2005 | Regelung nach Gewicht & Alter

ECE R 44 Norm bzw. Siegel

Diese Einteilung der Kindersitze ist seit 2005 in der EU gültig, sie teilt Sitze in vier Norm-Gruppen ein. Die Einteilung erfolgt nach dem Körbergewicht und dem Alter des Kindes! Diese Einteilung ist jedoch veraltet, wann die Norm nicht mehr gültig sein wird, wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.

 

Gruppe Körpergewicht Kind:
Kindersitz-Gruppe 0 0 bis 10 kg
Kindersitz-Gruppe 1 9 bis 18 kg
Kindersitz-Gruppe 2 15 bis 25 kg
Kindersitz-Gruppe 3 22 bis 36 kg

 

Norm:  ECE R 129 bzw. i-Size seit 2013 | Regelung nach Größe

ECE R 129 Siegel

Diese Norm regelt die Kindersitzeinteilung nach der Größe, anstelle nach dem Gewicht und dem Alter. Sie ist seit 2013 beschlossen und seit 2014 auch in Deutschland gültig. Die ECE R 129 Norm wird die "ECE R 44" früher oder später ersetzen.

 

Einteilung nach Größe
Babys bis 86 cm*
Kleinkind 88 cm bis 105 cm*
Kind bis 106 cm bis 150 cm*
Kind auf Sitzerhöhung erst ab 125 cm

* Die Einteilung der Kindersitze nach der Größe wird vom Hersteller selbst festgelegt!

 

Drei Phasen für mehr Sicherheit bei Kindersitzen

Die neue Zulassungs-Norm wurde in 3 Phasen eingeführt, die letzte Phase ist seit dem Jahr 2020 gültig.

Großer Vorteil: Mehr Sicherheit, denn im Gegensatz zur alten ECE R 44 Norm werden keine Kindersitze mehr zugelassen, die einen Seitenaufprall-Test nicht bestehen.

 

Eingeführte Phase
Sicherheitsanforderungen
Phase 1 - seit 2013 Für Kindersitze mit Isofix-Befestigung (integrale Kindersitze), die von der Geburt an bis zu einer Körbergröße von 105 cm (auch i-Size-Norm genannt) passen. *
Phase 2 - seit 2017 Regelt für Kindersitze ab einer Körbergröße von 100 cm, die mit dem Dreipunkte Sicherheitsgurt (nicht-integrale Kindersitze) befestigt werden. Diese Sitze können sowohl mit dem ISOFIX-System befestigt werden oder mit dem Gurt.
Phase 3 - seit 2020 Die letzte Phase regelt die Zulassungsvorschriften für Kindersitze, welche nur mit dem Autogurt befestigt (integrale Kindersitze) werden, also ohne Isofix ausgestattet sind.

 

Der Kindersitz muss passen

Der Kindersitz muss passen!
(Foto © by Vikulin/Shotshop.com)

Egal nach welcher Norm du gehst, wichtig ist nur, dass der Kindersitz zu deinem Kind passt, Probesitzen ist somit unbedingt erforderlich.

 

Unsere Empfehlung:

  • Grundsätzlich kann die Babyschale verwendet werden, solange der Kopf deines Kindes nicht über den oberen Schalenrand ragt. Anschließend musst du dir ein größeres Modell besorgen.
  • Da Kinder unterschiedlich schnell wachsen und eventuell auch zu schwer für eine bestimmte Normgruppe werden, ist vielleicht ein "mitwachsender", also in Höhe und Breite verstellbarer Sitz, für dich eine gute Wahl.
  • Dein Kind muss bis zu einer Körpergröße von 150 cm einen Sitz verwenden, auch wenn dein Kind die höchste Gewichtsklasse (bis 36 kg) überschritten haben!
  • Laut ADAC bietet eine Sitzerhöhung mit Rückenstütze bei einem Seitencrash mehr Schutz.

 


Passt jeder Kindersitz in meinen SUV?

Grundsätzlich passt leider nicht jeder Sitz in jedes Fahrzeug.

Das beginnt bereits bei der Halterung: Die meisten Neuwagen sind mit dem Isofix-System ausgestattet - die Sitze werden mithilfe genormter Steckverbindungen fest im Fahrzeug verankert. Montagefehler sind somit nahezu auszuschließen, der Sitz kann auch sehr rasch ein- und ausgebaut werden.

Bei älteren Fahrzeugmodellen kann es natürlich vorkommen, dass dieses Befestigungssystem fehlt. In diesem Fall musst du auf einen Kindersitz zurückgreifen, der mit dem Dreipunkt-Gurt befestigt wird oder Isofix an deinem Fahrzeug nachrüsten.

 


Die Isofix-Kindersitzhalterung für die einfache Montage

 

Was ist Isofix?

Isofix System für Kindersitze

Mit dem Isofix System können Kindersitze schnell und einfach an den Autositzen befestigt werden. Es handelt sich hierbei um ein genormtes Stecksystem mit Ösen im Fahrzeug und Haken am Kindersitz. Die Ösen sind dabei fest mit dem Fahrzeug verbunden.

 

Vorteile & Nachteile | Isofix-Systeme sind eine feine Sache

Postiv & NegativDie Vorteile von Isofix liegen klar auf der Hand. Im Gegensatz zum herkömmlichen Sichern mit dem Dreipunkte-Gurt ist die Montage mit Isofix einfach und ermöglicht ein sicheres und fehlerfreies montieren des Kindersitzes.

Der Nachteil allerdings ist, Isofix Kindersitze sind teurer als die klassischen.

 

Sind alle Isofix Kindersitze kompatibel mit jedem Auto?

Nein! Es gibt leider Ausnahmen!

Deshalb solltest du beim Kauf eines Kindersitzes genau darauf achten, daß der Sitz auch in deinem Fahrzeug montierbar ist. Nicht jeder Kindersitz mit Isofix ist auch kompatibel mit jedem "Isofix" vorbereiteten Auto.

Zu jedem Kindersitz gibt es eine Bedienungsanleitung oder eine Webseite des Kindersitzherstellers, dort findest du eine Typliste mit Fahrzeugen indem dieser Sitz montiert werden darf.

Explizit heißt das also: Auch wenn der Sitz passen sollte und der Fahrzeugtyp nicht in der Fahrzeugliste genannt wird, solltest du lieber zu einem anderen Kindersitz greifen.

Stiftung Warentest rät: Beim Kauf eines Kindersitzes, sich die Montage am eigenen Fahrzeug vorführen zu lassen.

 

Lässt sich Isofix nachrüsten?

Die Isofix Halterungen sind erst seit 2013 eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtausstattung. Sollte dein SUV also älter sein, hat dein Fahrzeug vielleicht überhaupt keine Isofix-Technik verbaut.

Aber auch hier gibt es Abhilfe: Bei den meisten Fahrzeugen lassen sich die Isofix-Halterungen problemlos nachrüsten.

Fast alle in Deutschland vertretenen Automobilhersteller bieten Isofix-Nachrüstsätze an. Wenn du handwerklich begabt bist, kannst du die Teile auch mit einer beiligenden Anleitung selbst installieren. Da es aber um dein Kind geht und dir die Sicherheit wichtig sein sollte, raten wir zu einem fachmännischen Einbau von einer Kfz-Werkstatt.

Die Kosten dabei sind überschaubar:

  • Pro Nachrüstset - je nach Hersteller zwischen 50 & 100 Euro
  • Einbauaufwand Werkstatt - zwischen 30 und 60 Minuten kosten 100 bis 200 Euro
  • Gesamtkosten - min. 150,- Euro, max. 300 Euro pro Sitzhalterung

Mehr Infos findest du im Web: Isofix nachrüsten

Allerdings sind trotz Nachrüstung nicht alle Kindersitze zugelassen. Ausgeschlossen sind die Isofix-Kindersitze mit einer Universalzulassung (hier bitte auf Prüfsiegel achten).

Diese universellen Kindersitze brauchen einen zusätzlichen Befestigungspunkt entweder einen Top-Tether oder einen Stützfuß. In den meisten Fällen ist es der sog. Top-Tether, dieser lässt sich eigentlich nicht nachrüsten, da diese Verankerung direkt mit der Fahrzeugkarosserie verschweist ist.

 

Was ist ein Top-Tether?

Isofix Kindersitz Top-Tether

Wie oben beschrieben braucht gerade ein universell einsetzbarer Kindersitz einen dritten Verankerungspunkt. Der Top-Tether ist ein am Kindersitz zusätzlich angebrachter Gurt. Der Gurt sitzt oben am Kindersitz und wird an einer bestimmten Stelle hinter dem Fahrzeugsitz verankert.

 

Was ist ein Stützfuß?

Kindersitz Stützfuß

Anstelle des Top-Tethers kannst du auch ein Stützfuß als dritten Befestigungspunkt benutzen. Allerdings passt dieser wegen möglichen Staufächern im Fußraum nicht in jedes Fahrzeug. Auch hier musst du bei dem jeweiligen Hersteller in die Typenliste schauen, ob dein Fahrzeug für den Stützfuß überhaupt zugelassen ist.

 

Kann ich meinen Isofix-Sitz auch angurten?

Isofix-Sitz angurten
(Foto © by yaskii/Shotshop.com)

Falls dein Auto keine Isofix-Halterung aufweist, kannst du deinen Isofix-Kindersitz auch mit dem Gurt befestigen. Achte dabei das du den Sicherheitsgurt auch in den entsprechenden Führungen einlegst und der Gurt auch straffgezogen ist. 


 

Beim Kauf auf Sicherheit achten!

Oft liegen zwischen verschiedenen Kindersitz-Modellen große Preisunterschiede. Bevor du das vermeintliche Schnäppchen erwirbst, solltest du dir einschlägige Testberichte ansehen. Im Falle eines Unfalls können ein paar Euro mehr oder weniger über das Leben deines Kindes entscheiden.

 


Eine gute Alternative - integrierte Kindersitze

Volvo XC70 integrierte Kindersitze
(Foto © by Volvo)

Isofix ist eine tolle Sache - Allerdings geht es auch besser! Manche Hersteller sind nämlich schon einen Schritt weiter: Mit integrierten, zweistufigen Kindersitzen ausgestattet bieten sie bereits ab Werk höchstmögliche Sicherheit. Die abgebildetet Illustration zeigt integrierte Kindersitze im Volvo XC70!

 


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