Top 17 | Das sind die besten Geländewagen

Topliste der besten Gelädewagen
Foto © by cppzone.mail.ru/Shotshop.com

Die Liste der echten Geländewagen wird kleiner - SUVs will das Volk: Jedoch gibt es sie noch, die echten Geländewagen mit Starrachsen, Leiterrahmen und jede Menge Know How für rauhes und schweres Gelände.

 

17 Offroader im Vergleich

Diese Fahrzeuge treten an:

Ford Bronco | Hummer H1 | Ineos Grenadier | Iveco Massif | Jeep Wrangler Rubicon | Wrangler Rubicon 392 | Lada Niva | Land Rover NEW Defender | Mercedes-Benz G 500 4x4² | Mercedes G-Klasse | Mitsubishi Pajero | Nissan Patrol | Suzuki Jimny | Toyota FJ Cruiser | Toyota Land Cruiser | UAZ Hunter | UAZ Patriot

 


Topliste der echten Offroader:

 

Platz 17

UAZ Patriot - der Jeep aus dem Osten

UAZ Patriot im Gebirge

Ganz so kompromisslos wie der Lada Niva gibt sich der ebenfalls in Russland produzierte UAZ Patriot nicht. Er ist deutlich näher am SUV als sein hauptsächlich auf Traktion bedachter russischer Verwandter.

Der Patriot gefällt mit dezentem, nicht zu martialischen Design. Der friedliche Auftritt setzt sich im Innenraum fort. Die Ausstattung ist gut. Bereits ab 24.490 Euro gibt es Annehmlichkeiten wie Lenkradheizung, Sitzheizung, Parksensoren und - sehr sinnvoll - Frontscheibenheizung. Der Kaufpreis lässt sich durch eine noch umfangreichere Ausstattung und Automatikgetriebe bis auf 32.990 Euro hochtreiben.

Trotz serienmäßiger Untersetzung fällt die zulässige Anhängelast mit gebremst 1500 Kilogramm recht bescheiden aus. Auch die Bodenfreiheit von nur 21 Zentimetern spricht eher für ein SUV als für einen kernigen Geländewagen. Eine Höherlegung um sechs Zentimeter ist möglich, schlägt aber mit zusätzlichen 1.900 Euro zu Buche.

Insgesamt ist die Offroad-Tauglichkeit des UAZ Patriot eher auf dem Niveau eines SUV für leichtes bis mittelschweres Gelände. Der Verschränkungsfähigkeit sind deutliche Grenzen gesetzt - über Felsen klettern geht nicht.

Da der Kaufpreis des UAZ Patriot - immerhin kommt er auf stattliche 4,79 Meter Außenlänge - auf den ersten Blich sehr fair erscheint, stellt sich natürlich sofort die Frage nach der Qualität. Mit deutschen, britischen oder japanischen Geländewagen kann der Patriot natürlich nicht annähernd mithalten. Verarbeitung und Materialien lassen reichlich Luft nach oben. Die Spaltmaße sind überaus großzügig bemessen, speziell an der Oberseite der Heckklappe, die schon einmal Wasser und Schmutz vom Fahrzeugdach in den Innenraum leitet.

Wer jetzt immer noch glaubt, die mangelnde Qualität in den Griff zu bekommen, sollte sich ein ganz besonderes Extra gönnen. Für 1.200 Euro extra gibt es eine Fettkonservierung, die wohl frühzeitigen - und wohl auch zu erwartenden Rostbefall verhindern soll.

UAZ Patriot Heckansicht

Angetrieben wird der UAZ von einem bis zu 150 PS starken 2,7 Liter großen Vierzylinder-Benziner. Der lässt es gemütlich angehen (Spitze 150 Stundenkilometer), genehmigt sich aber gemäß Verbrauchsnorm 12,8 Liter auf 100 Kilometer.

Wer oder was ist UAZ aber überhaupt?

Das Kürzel bedeutet "Uljanowski Awtomobilnij Sawod", zu deutsch "Uljanowsker Automobilwerk". Die Stadt Uljanowsk wurde zu Ehren des Revolutionspolitikers Lenin so genannt, der eigentlich Uljanow hieß. In der Sowjetunion wurden hauptsächlich Militärfahrzeuge hergestellt, und zwar für alle Ostblockländer.

Foto © by UAZ

UAZ Patriot Offroad Daten

  • Wattiefe: 500 mm
  • Steigfähigkeit: 31 Grad / 60 Prozent
  • Bodenfreiheit: 210 mm
  • Rampenwinkel: 33 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 35 Grad / 30 Grad
  • Kippwinkel: k.A. Grad / k.A. Prozent

 


Platz 16

UAZ Hunter - Designunfall oder aus einer anderen Zeit?

UAZ Hunter Trophy

Ein weiteres Produkt aus dem Hause UAZ, spaltet die Gemüter, auf jeden Fall beim Design. Was ist das? Retro? Praktisch? Zukunft? Oder nur eigenwillig?

Vielleicht von allem ein bisschen. Auffallen wird der Hunter - der "Jäger" - auf jeden Fall. Egal wo. Ein wenig Selbstbewusstsein beim Vorfahren vor dem Kindergarten oder dem Theater kann nicht schaden. Aber Design ist schließlich Geschmacksache.

 

Wie aber ist es um die Geländequalitäten des Geländegängers aus Uljanowsk bestellt?

Technisch basiert der Hunter auf dem großen Bruder Patriot, ist aber fast 70 Zentimeter kürzer. Angetrieben vom 135 PS starken Vierzylinder-Benziner erreicht der Hunter nur die peinliche Schadstoffklasse G. Im Normverbrauch drückt sich das mit ebenso peinlichen 13,2 Litern auf 100 Kilometer aus. Da tröstet es auch nicht, dass sich der Hunter mit dem billigsten Normalbenzin in Russlands Provinz (92 Oktan) zufrieden gibt. Und Trommelbremsen hinten sind außer bei Kleinwagen auch nicht mehr ganz Stand der Technik.

 

Also ein Auto von gestern? Ja, vielleicht sogar von vorgestern.

UAZ Hunter im Urwald

Für eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung zusätzliche 790 Euro zu verlangen - das schien eigentlich vorbei zu sein. Noch rückständiger ist da nur der abschließbare Tankdeckel für 100 Euro extra. Und natürlich wird wie beim Patriot auch die misstrauisch machende Fettkonservierung für 1.200 Euro angeboten. Noch etwas sollte misstrauisch machen: Ausdrücklich wird beim Hunter damit geworben, dass die Innenraumpolster wasserabweisend sind. Warum? Nasse Kleidung kann man ablegen. Oder kommt die Feuchtigkeit woanders her?

 

Kann der Hunter denn wenigstens Gelände?

Ja, er kann. Nicht so gut wie der Lada Niva, aber besser als der große Bruder UAZ Patriot. Achsverschränkung und Neigungswinkel gehen in Ordnung. Mehr nicht. Ein Kompromiss eben.

Wer mit den Mängeln leben kann, fährt vielleicht gar nicht einmal so schlecht. Und vor allem ab 20.990 Euro günstiger als mit deutlich kleineren Konkurrenten.

Foto © by UAZ

UAZ Hunter Offroad Eigenschaften

  • Wattiefe: 500 mm
  • Steigfähigkeit: 31 Grad / 60 Prozent
  • Bodenfreiheit: 210 mm
  • Rampenwinkel: 33 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 50 Grad / 33 Grad
  • Kippwinkel: k.A. Grad / k.A. Prozent

 


Platz 15

Lada Niva - robuster Russe

LADA Niva Bronto Mj. 2021

Der Lada Niva ist ein Urgestein. Seit 1976 wird der kantige Geländegänger im russischen Togliattigrad gebaut. Der Name der Retortenstadt klingt italienisch und ist es auch. Monsignore Togliatti war ein italienischer Kommunist, womit sich der Kreis schließt. Italien? Richtig, die ersten Lada-PKW waren Lizenzbauten des Fiat 124.

Angetrieben wird der Lada Niva von einem Vierzylinder-Benziner mit 83 PS und einem maximalen Drehmoment von 126 Newtonmetern. Auf der Straße geht dem Lada schon bei Landstraßentempo allmählich die Luft aus. Eine Beschleunigung von sage und schreibe 23 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer sprechen eine deutliche Sprache.

 

Der Russe ist im Gelände zuhause!

LADA Niva Bronto Mj 2021 im Gelaende

Das "Liebchen", so die wörtliche Übersetzung von Lada, gehört eindeutig nicht auf die Straße - das "Liebchen will ins Gelände. Und da kann der Oldie so einiges. Das Kraxeltalent kommt nicht von ungefähr.

Trotz nur 22 Zentimeter Bodenfreiheit setzt der Niva wegen des kurzen Radstands nicht so schnell auf. Auch die Überhänge sind kurz gehalten und ermöglichen so Böschungswinkel von 39 (vorn) und 36 Grad (hinten). Die Wattiefe wird mit 65 Zentimetern angegeben. Der Niva besitzt ein Untersetzungsgetriebe, das er wegen der schwachen Motorleistung auch dringend benötigt. Zusätzlich verfügt er über ein sperrbares Mitteldifferenzial, das die Kraft für Vorder- und Hinterräder gleichmäßig im 50 zu 50-Verhältnis verteilt.

Eine Anhängelast von 1490 Kilogramm hört sich erst einmal nach nicht viel an, in Anbetracht der geringen Motorleistung ist das jedoch ein recht ordentlicher Wert. Gelände und Anhänger kann er also, der 45 Jahre alte Lada-Oldie. Seinen größten Trumpf spielt der Niva jedoch auf dem Käufer-Konto aus. Gerade einmal 8.990 Euro kostet der Lada neu.

 

Ein vollwertiger Geländewagen für unter 9.000 Euro? Wie geht das?

Klare Antwort: durch Verzicht.

Der Lada ist laut und langsam. Und trotzdem durstig. Bei 3,72 Metern Länge gibt es nur wenig Platz. Die (schlecht) verarbeiteten Kunststoffe sind von der allerbilligsten Sorte. Die Ausstattung liegt an der Grenze des Erträglichen. Dass die Rückbank einteilig ist, lässt sich noch am ehesten verschmerzen. Ansonsten fehlt eigentlich alles, was das Leben am Lenkrad angenehm macht.

Immerhin gibt es jetzt sogar einen Airbag. In Worten: EINEN. Dieser Fahrerairbag wird hoffentlich nie auslösen müssen, denn das Thema "Sicherheit" ist für den Gelände-Oldie keines. Da hört der Spaß auf. Entsprechend schlecht ist der Ruf des Lada Niva.

Fotos © by LADA - ALL RIGHTS RESERVED

Lada Niva Gelädenfähigkeit

Niva WAS-21214 mit 1.7i mit 16-Zoll-Bereifung

  • Wattiefe: 650 mm
  • Steigfähigkeit: 30 Grad / 58 Prozent
  • Bodenfreiheit: 220 mm
  • Rampenwinkel: 36 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 39 Grad / 36 Grad
  • Kippwinkel: 36 Grad / 72,6 Prozent

youtube video  Interessante Videos zum Lada Niva

 


Platz 14

Suzuki Jimny II - der Sieger der Herzen

Suzuki Jimny II Exterieur Frontperspektive Offroad

Der Suzuki Jimny ist der Liebling der Nation - vieler Nationen. Der 3,65 Meter kurze Dreitürer hat eine feste Fangemeinde. Warum? Er ist ein typischer Japaner. Das heißt, gute Technik, gute Qualität, guter Preis.

Letzteres trifft allerdings nicht ganz zu. Mit mindestens 21.915 Euro ist der knuffige Jimny mehr als doppelt so teuer wie ein Lada Niva. Warum? Weil er besser ist als dieser. Und warum noch? Weil er ein praktisches ehrliches Auto ist - mit deutlichen Schwächen, die aber nicht versteckt oder verheimlicht werden.

Der Jimny hat keine echten Konkurrenten. Die anderen sind zu groß, zu billig, zu schlecht, zu schnell, zu unübersichtlich, zu unzuverlässig - zu teuer. Der Jimny hat sich selbst eine ganz eigene Klasse geschaffen.

Schon die erste Generation fand viele treue Fans, nicht nur unter Waldbauern, Förstern und Almbewohnern. Immer mehr Menschen entdeckten die praktischen Talente des kleinen Suzuki. Kompakte Abmessungen, gute Offroadtauglichkeit, bequemer Einstieg und extrem gute Übersichtlichkeit, das sind bei modernen Autos immer seltener werdende Werte, und entsprechend stiegen beim Suzuki Jimny mit seinem Alleinstellungsmerkmal die Preise.

Für den aktuellen Jimny mit LKW-Zulassung (Zweisitzer!) reichen die Preise bis fast 29.000 Euro.

 

Drei Lada Niva für einen Suzuki Jimny. Verkehrte Welt?

Suzuki Jimny 2018 Exterieur Frontansicht

Ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn der Jimny keine Nobelkarosse ist, zwischen ihm und dem heiklen Lada Niva liegen Welten. Der kleine Suzuki Geländewagen ist ein typischer Japaner. Unaufgeregt, absolut zuverlässig, mit beruhigender Langzeitqualität.

Auch technisch ist der Suzuki Jimny kein Aufreger. Starrachsen sind natürlich Pflicht. Der 1,5 Liter Vierzylinder-Benziner fällt vor allem wegen seiner Unauffälligkeit auf. 102 PS reichen für recht muntere Fahrleistungen.

Skurrilität am Rande: Suzuki gibt für den kleinen Kraxler eine Höchstgeschwindigkeit von 145 Stundenkilometern an. Tatsächlich schaffen die Jimnys in Tests mühelos 165 km/h. Untertreibung? Bescheidenheit?

Als Normverbrauch - gemeint ist natürlich Straße, Zweiradantrieb und mit ausgeschalteten Untersetzungsgetriebe - gibt Suzuki absolut angemessene 7,7 Liter auf 100 Kilometer an.

Apropos Untersetzungsgetriebe. Das Übersetzungsverhältnis ist nicht nur im Gelände ausgesprochen hilfreich. Auf steilen Passstraßen läuft der kleine Suzuki genial einfach und komfortabel beispielsweise im vierten statt im zweiten Gang! Ein echter Komfortgewinn dieses insgesamt sehr klugen Autos.

Für das kurze, nur 1,65 Meter breite Auto überraschen die großzügigen 863 Liter Kofferrauminhalt. Lösung: Wie erwähnt ist der Jimny der zweiten Generation ein reiner Zweisitzer.

Fotos © by Suzuki

Gelände Daten zum Suzuki Jimny II

  • Wattiefe: 400 mm
  • Steigfähigkeit: 42 Grad / 90 Prozent
  • Bodenfreiheit: 205 mm
  • Rampenwinkel: 27 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 36 Grad / 48 Grad
  • Kippwinkel: 35 Grad / 70 Prozent

youtube video  Interessante Videos zum Suzuki Jimny II

 


Platz 13

Mitsubishi Pajero V80 - Geländewagen vom Nutzfahrzeug-Profi

Mitsubishi Pajero abseits der Straße

Mitsubishi ist der größte LKW-Hersteller der Welt. Gewusst? Tatsächlich gehört die Mitsubishi Fuso Group als Japans Marktführer für LKW und Busse zu Daimler (Mercedes Benz), dem größten Nutzfahrzeughersteller.

 

Was das mit dem hierzulande eher seltenen Mitsubishi Pajero zu tun hat?

Man sieht es ihm an und man fühlt es. Nüchternheit und Funktionalität stehen an erster Stelle. Keine schlechten Voraussetzungen für einen ernsthaften Geländewagen. Der Pajero will weder protzen noch beeindrucken, sondern einfach nur arbeiten. Bis zum Produktionsstop im Jahr 2018 tat er das ein Vierteljahrhundert lang.

Eine Zeitlang war der Pajero auch als 250 PS starker Sechszylinder-Benziner erhältlich. Logischerweise forderten die kantige Form, der hohe Aufbau und das Gewicht ihren Tribut an der Tankstelle. Außer in Ländern wie Russland und den USA (wo bei letzteren die Mitsubishis übrigens "Diamond" heißen, siehe Firmenlogo) hielt sich das Interesse an dem noblen Antrieb in Grenzen.

Bis zum Produktionsstop in der immerhin vierten Generation gab es dann nur einen einzigen Antrieb, einen 200 PS starken Vierzylinder-Diesel. Dieser weist eine Besonderheit auf: Mit 3,2 Litern Hubraum ist er einer der größten Vierzylinder im PKW-Sektor. 7,8 Liter Normverbrauch wurden für den Hubraumriesen versprochen.

Falls die sehr hohe Anhängelast und die großzügige Zuladung ausgenutzt werden, ist das natürlich reine Utopie. 10,5 Sekunden aus dem Stand bis 100 Stundenkilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern wurden genannt. Das sind solide Werte, so wie das ganze Fahrzeug überhaupt eine unerschütterliche Solidität ausstrahlt.

Aus praktischen Erwägungen bevorzugte die Mehrzahl der Käufer den langen Fünftürer. Aber auch der nur 4,39 Meter kurze Dreitürer hatte und hat seine treuen Fans. Wer den Platz nicht braucht, fährt mit dem "Kurzen" nicht schlechter als mit dem Fünftürer. Die Zahl der möglichen Parkplätze in Innenstädten ist für den Dreitürer automatisch größer, Parkhäuser (trotzdem Vorsicht bei 1,80 Metern Höhe!) verlieren ihren Schrecken. Die positiven Eigenschaften eines ernsthaften Geländewagens bleiben jedoch erhalten.

 

Leider nur noch als Gebrauchter erhältlich

Mitsubishi Pajero fährt durch Wasser

Den kantigen Allradklassiker in beiden Versionen als Gebrauchtwagen zu empfehlen, fällt natürlich leicht, denn als Neuwagen gibt es ihn ja nicht mehr. Ab 8.500 Euro wird der Pajero in den einschlägigen Fahrzeugbörsen angeboten.

Wer ein geeignetes Exemplar findet, erwirbt einen zuverlässigen und langlebigen Geländewagen von einem der ältesten japanischen Fahrzeughersteller. Bereits 1917 wurde der erste PKW gebaut, 1932 der erste Bus.

Technisch genießt Mitsubishi weltweit einen guten Ruf. In Russland werden die Autos mit den drei Diamanten im Logo sogar "Japonski Mercedes" genannt. Auch wenn Technik und Qualität des Pajero überzeugen - mit der Namensgebung hatten die Mitsubishi-Manager kein Glück. "Pajero" ist auf Spanisch eine handfeste Beleidigung, ein ganz übles Schimpfwort, das gern gegoogelt werden darf.

Aus diesem Grund war der Pajero in Spanien nahezu unverkäuflich. Bis die Mitsubishi-Manager merkten, dass da etwas nicht stimmen konnte und den Pajero speziell für den spanischsprachigen Markt in das freundlichere "Montero" (="Jäger") umbenannten.

Fotos © by Mitsubishi

Die Geländeeigenschaften vom Mitsubishi Pajero

  • Wattiefe: 700 mm
  • Steigfähigkeit: 35 Grad / 70 Prozent
  • Bodenfreiheit: 205 mm
  • Rampenwinkel: 24,1 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 34,6 Grad / 34,3 Grad
  • Kippwinkel: 45 Grad / 100 Prozent

 


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Platz 12

Nissan Patrol Y61 - das Raumschiff

Nissan Patrol 3- & 5-türer

Dass immer mehr echte Geländewagen zugunsten der modischen SUV vom Markt verschwinden, ist eine Tatsache. Ein gutes Beispiel dafür ist der Nissan Patrol.

Das Modell Y 61 wurde in Deutschland in den Jahren 2004 bis 2009 angeboten Danach kam nichts Entsprechendes mehr. Der japanische Hersteller Nissan, der zum Renault-Nissan-Konzern, einem der größten Autohersteller der Welt, gehört, setzt verstärkt auf SUV. Die sind "in" und versprechen lukrative Gewinne.

Echte Geländewagen werden nicht mehr angeboten. Wer erinnert sich außer an den Patrol noch an die kernigen Nissan-Offroader Terrano und Pathfinder? Die sind von der Bildfläche verschwunden, mussten Platz schaffen für die SUV X-Trail, Qashqai und Juke. Letzterer ist nicht einmal für Geld und gute Worte mit Allradantrieb zu bekommen.

Einzig der Nissan Navara kann noch als echter Geländewagen angesehen werden. Aber der ist ein Pickup, mit allen Nachteilen dieser Fahrzeuggattung. Wer also mit einem kernigen Allradler aus dem Hause Nissan liebäugelt, kommt um einen Gebrauchtkauf nicht herum.

Da zeigen sich Parallelen zum Mitsubishi Pajero. Mit zwei Unterschieden. Der Patrol bietet - kein Wunder bei über fünf Metern Außenlänge - noch mehr Platz als der Mitsubishi, ist aber schwächer motorisiert.

Der Motor vom Typ GR 3.Di, ein Dreiliter Vierzylinder-Diesel leistet 158 PS. Das reicht natürlich aus, sorgt aber nicht gerade für überschäumendes Temperament. Ansonsten ist der Patrol ähnlich gestrickt wie der Pajero. Gemeinsam sind beiden neben der kantigen Karosserie die Starrachsen sowie die maximal zulässige Anhängelast von vollen 3,5 Tonnen. Mehr geht nicht.

Nur zum Vergleich: Der Nissan Qashqai mit der exakt gleichen Motorleistung von 158 PS darf lediglich 1400 Kilogramm an den Haken nehmen, mit Allradantrieb immerhin 1800 Kilogramm.

Vereinfacht ausgedrückt: Da wo es um Robustheit, Geländetauglichkeit, Anhängelast, Dachlast, Achsverschränkung und die Option auf eine Differentialsperre geht, führt kein Weg am echten Geländewagen vorbei.

Außerdem bietet so ein Nissan Patrol deutlich mehr Platz als ein Nissan X-Trail. Es gibt aber noch ein weiteres, sehr wichtiges Argument für den Geländewagen. Durch die steiler stehenden Scheiben der kantigen Karosserie ist die Übersicht um Welten besser als beim Nissan Juke, Qashqai oder X-Trail.

Und noch etwas: Der Patrol verfügt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe, optional eine Vierstufen-Automatik. Der Allradantrieb ist zuschaltbar; ohne ihn werden die Hinterräder angetrieben. In der Praxis auf der Straße bedeutet dies, dass das Fahrzeug wendiger und handlicher ist als ein reiner Fronttriebler.

Nissan Patrol Mj. 2004 durchs Wasser

Geländetechnisch tritt der Nissan Patrol Y 61 ("61" steht für den langen Fünftürer, die Zahl "60" ist dem kurzen Dreitürer vorbehalten) ähnlich auf wie der Mitsubishi Pajero. Die Wattiefe beträgt 60 Zentimeter, die Böschungswinkel vorn 37 Grad und hinten 31 Grad. Das sind gute, aber nicht überragende Werte.

Die Steigfähigkeit von gewaltigen 81 Prozent ist ein eher theoretischer Wert. Er soll lediglich ausdrücken: "Der kommt überall hoch." Dieser Meinung scheinen auch die Fahrzeugbeschaffer der Bundeswehr gewesen zu sein. Im Jahr 2009 kauften sie 1050 Exemplare des Nissan Patrol Y 61. Die Fahrzeuge wurden olivgrün foliert und reihten sich damit in den Kreis ihrer Vorgänger mit berühmter Historie und Namen wie DKW Munga, VW Iltis und Mercedes G ein.

Fotos © by Nissan

Die Gelände-Kapazitäten des Nissan Patrol

  • Wattiefe: 600 mm
  • Steigfähigkeit: 39 Grad / 81 Prozent
  • Bodenfreiheit: 200 mm
  • Rampenwinkel: 27 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 37 Grad / 31 Grad
  • Kippwinkel: 48 Grad / 111 Prozent

 


Platz 11

Toyota Land Cruiser J15 der Maßstab

Toyota Land Cruiser im Gelände

Seit seinem ersten Auftritt im Jahr 1951 gilt der Toyota Land Cruiser als Inbegriff des echten Geländewagens. Ob sie will oder nicht, die Konkurrenz wird sich mit ihren Produkten wohl immer am "Landkreuzer" messen lassen müssen.

Wie bei Pajero und Patrol auch gibt es für den Land Cruiser zwei Karosserievarianten: einen kurzen Dreitürer und einen langen Fünftürer.

"Kurz" heißt in diesem Fall 4,40 Meter, "lang" 4,84 Meter. Vorsicht beim Studieren der Preislisten! Sie gelten für den Dreitürer, der Funftürer kostet mindestens 2.390 Euro Aufpreis.

Dafür hat der "Lange" den Vorteil, dass er Ausstattungsoptionen bietet, die für den Dreitürer nicht erhältlich sind, wie beispielsweise eine elektrische Differentialsperre an der Hinterachse, Glasschiebedach und Luftfederung. Auch das komplette Executive-Paket (7.980 Euro) mit Rundumsichtkamera, Lederausstattung und vielen weiteren Annehmlichkeiten ist ausschließlich für den Fünftürer bestellbar.

Grundsätzlich ist der Toyota Land Cruiser ein recht teures Auto. Auf den Preislisten lassen sich mühelos 70.000 Euro und mehr "ankreuzen". Andererseits bietet der Land Cruiser einen sehr hohen Wiederverkaufswert.

Wenn er denn überhaupt einmal verkauft wird. Unter den Fans des Modells kursiert der Spruch: "Ein Land Cruiser wird nicht verkauft, sondern vererbt." Tatsächlich genießt dieser weltweit meistgekaufte Geländewagen den Ruf der Unzerstörbarkeit. Speziell in den USA gibt es geradezu fanatische Land Cruiser-Fans und - sammler.

Technisch bietet der Toyota Land Cruiser solide Hausmannskost. Es gibt nur einen einzigen Motor, einen 2,8 Liter großen Vierzylinder-Diesel mit 204 PS. Der ist an ein Sechsgang-Schaltgetriebe, beim Fünftürer an ein Sechsgang-Automatikgetriebe gekoppelt. Der Allradantrieb ist permanent, das heißt, auch bei Straßenbetrieb werden immer beide Achsen angetrieben, was auch den recht hohen Normverbrauch von 9,3 beziehungsweise 9,6 Litern erklärt Die Getriebeuntersetzung ist elektrisch zuschaltbar.

Toyota Land Cruiser Wasserdurchfahrt

Natürlich meistert der Land Cruiser auch sehr schweres Gelände äußerst souverän. Schon die Eckdaten versprechen mehr als Pajero und Patrol. 70 Zentimeter Wattiefe reichen schon für so manches Flussbett aus, 215 Millimeter Bodenfreiheit sind etwas mehr als bei der Konkurrenz. Die Steigfähigkeit von glatten 100 Prozent ist nur eine Zahl; solange er Traktion hat, kommt der Land Cruiser ohnehin überall hoch.

Für den Toyota Land Cruiser sprechen in erster Linie die überragende Geländetauglichkeit, die Robustheit, die Verarbeitungsqualität und beim Fünftürer das Platzangebot. Das alles kostet natürlich Gewicht. Ein gut ausgestatteter Fünftürer wiegt schon leer 2,5 Tonnen. Und darf noch einmal 3,5 Tonnen an den Haken nehmen Wird die erlaubte Zuladung von 570 Kilogramm ausgenutzt, ist da ein Gespann von 6,6 Tonnen Gewicht unterwegs. Ein stattlicher Typ, dieser Toyota.

Fotos © by Toyota

Gelände-Basisdaten vom Toyota Land Cruiser

  • Wattiefe: 700 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 215 mm
  • Rampenwinkel: 22 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 31 Grad / 25 Grad
  • Kippwinkel: 42 Grad / 90 Prozent

youtube video  Interessante Videos zum Toyota Land Cruiser

 


Platz 10

Mercedes-Benz G

Mercedes Benz G Klasse

Der Mercedes G ist ein Veteran im doppelten Wortsinn. Zum einen gilt er neben dem britischen Range Rover als Mitbegründer des Segments der noblen Geländewagen. Zum anderen werden diejenigen, die vom Militär wieder ins Zivilleben eintreten, ebenfalls als Veteranen bezeichnet.

Militär? Tatsächlich fungierte die Bundeswehr im Jahr 1979 als Geburtshelferin für die G-Klasse. Die Konstruktion des kantigen Geländegängers basierte auf einem Militärauftrag mit den entsprechenden Vorgaben. "Maximale Geländetauglichkeit" lautete der eindeutige Auftrag. Komfort war (noch) uninteressant.

Die G-klasse wurde in der LKW-Abteilung von Mercedes konstruiert. Dort besaß man die nötige Erfahrung mit kompromisslosen Geländegängern - der ebenso skurrile wie geländetaugliche Unimog stand Pate für die vor über 40 Jahren ganz neue G-Klasse.

Wer heute von einer aktuellen G-Klasse in den militärischen Vorfahren umsteigt, wird kaum Gemeinsamkeiten entdecken können. Geblieben ist einzig und allein die G-typische Silhouette, Kantig und geradlinig.

 

Geblieben ist natürlich auch die überragende Geländetauglichkeit

Die Daten lesen sich durchweg beeindruckender als die der Konkurrenz. Die Wattiefe beträgt beruhigende 70 Zentimeter, die Steigfähigkeit beträgt 100 Prozent, was einem Winkel von 45 Grad entspricht. Die Bodenfreiheit beträgt beachtliche 24 Zentimeter, was die Karosserie (4,88 Meter Länge) bis zu einer Höhe von zwei Metern aufragen lässt. Gegenüber diesem Riesen wirkt der Militär-Mercedes geradezu klein. Wer sich ein Bild dieses Urmodells machen möchte, sieht in noch heute häufig im Einsatz als Soldatentransporter in Griechenland.

Einmal im zivilen Leben angekommen, wurde der Veteran mit jedem Jahr größer, besser, komfortabler und schneller. Und teuer!

 

Aktuell gibt es keine Ausführung der G-Klasse für unter 100.000 Euro

Den Einstieg markiert der Sechszylinder-Diesel mit 286 PS für 103.149 Euro. Am anderen Ende findet sich der Achtzylinder AMG-Benziner mit 585 PS für 160.680 Euro.

Die Kraft wird bei allen Modellen von einem Neunstufen-Automatikgetriebe verwaltet. Der Allradantrieb verteilt die Kraft für Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 40 zu 60. Differentialsperren an Vorder- und Hinterachse sowie am Verteilergetriebe perfektionieren das System. Das Untersetzungsgetriebe wurde vom Verhältnis 2,1 zu 1 auf 2,9 zu 1 verkürzt, was bei gleicher Motorleistung erheblich mehr Kraft in schwierigen Passagen bedeutet.

Der Fahrkomfort dieses Luxus-Geländewagens ist deutlich besser als bei der Konkurrenz. Das liegt zum einen an dem Verzicht auf eine vordere Starrachse, zum anderen an der serienmäßigen Luftfederung.

 

Der Mercedes G ist ein Geländewagen der Superlative

MB G-Klasse off road

Preis und Performance spielen in einer ganz anderen Liga als beim "Fußvolk" der Geländewagen.

Natürlich muss ein Geländewagen nicht 220 Stundenkilometer schnell sein. Der Mercedes AMG kann es aber! Und ein Geländewagen muss nicht unbedingt einen Verbrauch von 16,4 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer haben. Der G tut es aber...Mindestens!. Dass der Tank 100 Liter fasst, ist wiederum konsequent. So wie das ganze Auto.

Fotos © by Mercedes-Benz

Geländeeigenschaften der G-Klasse Mj.2020

  • Wattiefe: 700 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 241 mm
  • Rampenwinkel: 25,7 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 30,9 Grad / 29,9 Grad
  • Kippwinkel: 35 Grad / 70 Prozent

youtube video  Interessante Videos zum Mercedes G

 


Platz 9

Toyota FJ Cruiser - der Exzentriker

Toyota FJ Offorad

Der Toyota FJ Cruiser wurde 2003 auf der Chicago Auto Show als Konzeptfahrzeug vorgestellt. Eigentlich sollte der FJ Cruiser nie in Serie gehen, doch das Publikumsinteresse an dem eigenwilligen Geländewagen war derart groß, dass sich Toyota entschloss ihn in Serie zu produzieren.

 

In Deutschland wurde der FJ Cruiser offiziell nie angeboten

Der Hauptgrund liegt auf der Hand: Im dieselfixierten Deutschland einen Geländewagen ausschließlich mit einem vier Liter großen Sechszylinder-Benziner anzubieten ist marketingtechnisch natürlich nicht sehr klug.

Trotzdem müssen FJ-Interessenten in Deutschland nicht leer ausgehen. Freie Importeure wie die Firma Extremfahrzeuge in Schwenningen kümmern sich um den Import und die Zulassung des Toyota FJ Cruiser. Es gibt detaillierte Preislisten. Derzeit kostet der Toyota FJ Cruiser ab Schwenningen 54.900 Euro.

Was bekommen Geländewagen-Fans, denen andere Geländewagen vielleicht zu gewöhnlich erscheinen, dafür?

Zunächst einmal einen 4,67 Metzer langen, 1,90 Meter breiten und 1,83 Meter hohen Geländewagen mit außergewöhnlicher Optik. Aber auch technisch hat der Cruiser so einiges an Besonderheiten zu bieten. Da ist der laufruhige Sechszylinder-Benziner mit 242 oder 276 PS.

Dass der keine Sparbüchse sein kann, das wissen die Käufer natürlich. Toyota aber auch und spendierte dem FJ ab Werk einen Zusatztank, so dass insgesamt 159 Liter Benzin gebunkert werden können. Das ist eine ideale Voraussetzung für Extremtouren in unbewohnte Gebiete.

Ein erklärtes Ziel für den FJ und seines Fans, was sich auch daran zeigt, dass bei Extremfahrzeuge eine Seilwinde als Zubehör angeboten wird. Der Toyota FJ Cruiser verfügt über zwei unterschiedliche Allradsysteme. Die Fünfstufen-Automatik ist mit einem zuschaltbaren Allradantrieb gekoppelt, das Sechsgang-Handschaltgetriebe mit einem permanenten Allradantrieb.

Toyota FJ waten durchs Wasser

Die Wattiefe beträgt beachtliche 70 Zentimeter, die Bodenfreiheit 25 Zentimeter. Ebenfalls wichtig ist der Rampenwinkel 34 Grad), der besagt, wie viel "Luft noch unter dem Bauch" ist, bedeutsam beim Überfahren von Buckeln. Der Wert ist für die Länge des FJ gut, Fahrzeuge mit kurzem Radstand wie der Suzuki Jimny sind da natürlich konzeptionell im Vorteil.

Dass der Toyota ein Exzentriker ist, zeigt sich auch an Details: Die Windschutzscheibe steht extrem steil, bietet hervorragende Sicht und drei(!) Scheibenwischer. Und statt einer Heckklappe hat der FJ Cruiser Hecktüren. Praktisch und exzentrisch zugleich.

Die Homepage des freien Importeurs Extremfahrzeuge in Schwenningen bringt es auf den Punkt. Zitat: "Wie viel Unvernunft ist erlaubt?"

Fotos © by Toyota

Toyota FJ Cruiser Offroad Maßzahlen

  • Wattiefe: 700 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 245 mm
  • Rampenwinkel: 34 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 33 Grad / 30 Grad
  • Kippwinkel: ~ 44 Grad / 97 Prozent (Daten vom Land Cruiser)

 


Platz 8

Jeep Wrangler Rubicon - der Klassiker

Jeep Wrangler JL Unlimited Doppelmotiv

Menschen, die sich mit Autos nicht auskennen, bezeichnen gern jeden beliebigen Geländewagen, den sie zu sehen bekommen, als "Jeep". Tatsächlich ist der klassische Jeep zum Synonym für eine ganze Fahrzeuggattung geworden. Das hat auch historische Gründe. Der erste Jeep tauchte vor über 76 Jahren in Deutschland auf, als Militärfahrzeug der Army der Siegermacht USA. Das war der klassische Jeep. Das Urmodell. Geländetauglich, praktisch, kompakte Abmessungen, Benzinmotor. Eine Legende!

 

Sie lebt, allerdings nicht mehr lange

Noch gibt es den kurzen (4,33 Meter) Zweitürer als Benziner (272 PS) für 57.000 Euro. Die strengen EU-Abgasgesetze zwingen Jeep jedoch dazu, den Vertrieb hierzulande einzustellen. Dann gibt es als Antrieb ausschließlich den abgasarmen Hybrid. Der passt aber wegen des aufwändigen Hybridantriebs nicht in den kurzen Zweitürer.

Wer dann einen Jeep Wrangler Rubicon als Neufahrzeug erwerben will, ist auf den 4,88 Meter langen Viertürer (ab 71.000 Euro) mit der Zusatzbezeichnung "Unlimited" angewiesen. Der wird von besagtem Hybrid mit immerhin 380 PS Systemleistung angetrieben. Der theoretische(!) Normverbrauch gegenüber dem Zweitürer lautet 3,5 Liter zu 10,8 Liter. Der Kohlendioxidausstoß beträgt ein Drittel des Zweitürers.

Platz bietet der Viertürer reichlich. Leider ist die Karosserie nicht annähernd so übersichtlich, wie sie von außen wirkt. Der Federungskomfort ist bei den meisten Konkurrenzmodellen besser als beim Rubicon.

 

Dafür gibt der sich im Gelände keine Blöße!

76 Zentimeter Wattiefe, 100 Prozent Steigfähigkeit sind Eckwerte, die nicht alles ausdrücken können. Tatsächlich ist der Jeep Wrangler ein wahrer Kletterkünstler mit sehr guter Achsverschränkung. Allerdings ragt der Jeep 1,90 Meter in die Höhe, was den Kippwinkel auf 25 Grad begrenzt.

Natürlich verfügt der Jeep über eine Geländeuntersetzung, und zwar mit einem sehr effektiven Übersetzungsverhältnis von 2,72 zu 1. Eine Sperre für die Hinterachse ist für einen ausgesprochen fairen Aufpreis von 290 Euro zu bekommen.

Als Anhängelast gestattet Jeep dem Unlimited lediglich 2.495 Kilogramm, rund eine Tonne weniger als beispielsweise beim Mercedes G.

An Sicherheitstechnik bietet der Jeep Wrangler Rubicon Unlimited sehr viel mehr als sein rustikales Äußere vermuten lässt.

Der echte Klassiker ist allerdings der Zweitürer, der sich bald verabschiedet. Auf die Gebrauchtpreisentwicklung des zweitürigen Klassikers darf man gespannt sein.

Jeep Wrangler Rubicon Achsverschränkung

Fotos © by GM Company

Wrangler Rubicon Offroad-Daten

  • Wattiefe: 760 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 252 mm
  • Rampenwinkel: 20,8 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 36 Grad / 31,4 Grad
  • Kippwinkel: 25,1 Grad / 47 Prozent

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Platz 7

Ineos Grenadier - der große Unbekannte

Ineos Grenadier Achsenverschränkung

Ineos Grenadier? Noch nie gehört. Noch nie gesehen.

Moment mal. Der sieht ja aus wie ein Land Rover Defender! Das sind die ersten Gedanken, wenn es um diesen ganz neuen, hochinteressanten Geländewagen geht. Mindestens genau so interessant wie das Auto selbst ist die Geschichte, die dahinter steckt. Der Grenadier ist das erste Auto von Ineos. Denn eigentlich ist Ineros ein Chemiekonzern, ein großer und erfolgreicher Chemiekonzern.

Eigentümer ist der britische Milliardär Jim Radcliffe, der als reichster Mann Großbritanniens gilt. Der hatte die Idee, den Land Rover Defender der ersten Generation wieder aufleben zu lassen. Auf Anfrage bei Jaguar Land Rover nach den Design- und Namensrechten bekam Radcliffe eine strikte Absage.

 

Die Ineos Automotive, eine Tochter des Chemieriesen Ineos, wurde gegründet!

Für die Technik des Grenadier sah sich Radcliffe nach kompetenter Hilfe um und fand sie bei Magna im österreichischen Graz. Dort stellt der Geländewagenspezialist unter anderem die Mercedes G-Klasse her.

Jetzt brauchte die Ineos Automotive noch einen Produktionsstandort. Radcliffe fand ihn ausgerechnet in Frankreich, im lothringischen Hambach. Dort wird der Smart Fortwo gebaut. Noch. Die Produktion wird demnächst nach China ausgelagert; dann werden mehr Kapazitäten für den Ineos Grenadier frei.

Jim Radcliffe, der ein strenger Befürworter des Brexit war, baut also mit österreichischer Hilfe in einem französischen Werk einen Geländewagen, der dem heimischen Land Rover Konkurrenz machen soll. Die Briten sind alles andere als "amused".

Pikanterweise ist der Ineos Grenadier grundsätzlich eine gute Idee. Optisch ist er näher am Defender 1, technisch ist er jedoch auf dem Stand von 2022, denn dann erst soll die Produktion anlaufen.

Gegen 450 Euro erstattungsfähige Gebühr kann jetzt schon ein Exemplar des Grenadier reserviert werden.

 

Die Zutaten für den Ineos Grenadier beeindrucken!

Ineos Grenadier

Die Motoren kommen von BMW. Ein Sechszylinder-Diesel mit 249 PS und ein Sechszylinder-Benziner mit 285 PS. Die Preise sind für beide Ausführungen gleich; den Fünftürer gibt es ab 54.198 Euro.

Auch die Kraftübertragung ist vom Feinsten; die Achtstufenautomatik von ZF genießt einen hervorragenden Ruf.

Was die Allradtechnik betrifft: Da gibt es mehr Mutmaßungen als Tatsachen. Wie sein historisches Vorbild, das immerhin 68 Jahre lang gebaut wurde, setzt der Grenadier auf Leiterrahmen, Starrachsen und Blattfedern.

Die Geländewerte sind hervorragend, angefangen bei der beeindruckenden Wattiefe von 90 Zentimetern. Der Grenadier ist 4,79 Meter lang und 2,04 Meter hoch. In der Breite bleibt er mit 1,79 Meter praktische 22 Zentimeter schmaler als der aktuelle Land Rover Defender. Vielleicht wird er dem britischen Konkurrenten dadurch nicht nur Marktanteile, sondern auch Parkplätze abjagen. Man darf gespannt sein.

Fotos © by INEOS

Ineos Grenadier Offroad Tauglichkeit

  • Wattiefe: 900 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 260 mm
  • Rampenwinkel: 28 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 35,9 Grad / 35,9 Grad
  • Kippwinkel: k.A. Grad / k.A. Prozent

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Platz 6

Iveco Massif - der italienische Brite aus Spanien

Iveco Massif Geländewagen

Außer Spediteuren und LKW-Fahrern ist wohl nur wenigen Menschen der Fahrzeughersteller Iveco ein Begriff. Iveco ist eine Tochterforma der FIAT-Gruppe und stellt hauptsächlich mittelschwere bis schwere LKW und Transporter her. 2008 gerieten die Italiener im wahrsten Sinn des Wortes auf Abwege und stellten einen kompetenten Geländewagen vor.

Hergestellt wurde dieser im spanischen Santana-Werk, wo der direkte Vorgänger des Iveco Massiv, der Santana PS-10, produziert worden war. Der Santana wiederum war ein Lizenzbau des britischen Land Rover Defender der ersten Generation.

Der Iveco Massif verfügt also über Gene aus drei verschiedenen europäischen Ländern. Santana, Iveco und Land Rover sehen sich zum Verwechseln ähnlich, was ja auch weiter nicht verwunderlich ist. Einen gewichtigen Unterschied gibt es allerdings; Als einziger der drei setzt der Brite auf eine Karosserie aus Aluminium.

 

Vom Land Rover Defender hat der Iveco Massiv das überragende Geländeverhalten geerbt

Iveco Massif Offroader

Der Motor des Massiv stammt aus dem FIAT-Transporter Daily, ist ein Vierzylinder-Diesel und leistet in der Turboausführung 176 PS. Genug für schweres Gelände, aber auch für Autobahnfahrten mit Richtgeschwindigkeit.

Ein Sechsganggetriebe reicht die Kraft über ein Planetengetriebe als Längsverteiler an beide Achsen weiter. Zusätzlich lässt sich die Hinterachse in Querrichtung sperren. Der Iveco Massiv ist also gut gerüstet für einen Auftritt in schwerem Gelände.

Die Wattiefe von 50 Zentimetern ist Standard für ernsthafte Geländegänger, die Steigfähigkeit von 45 Grad ebenfalls. Die Bodenfreiheit von 20 Zentimetern klingt nicht nach viel, zumindest der kurze Dreitürer (4,23 Meter) hat damit aber wohl kaum Probleme.

Überragend sind die Böschungswinkel von 50 Grad vorn und 34 Grad hinten. Besonders der vordere Winkel stellt einen Bestwert dar. Ebenfalls beachtlich ist der Kippwinkel von 40 Grad. Er wird bei stehendem Fahrzeug gemessen. Breite und nicht allzu hohe Fahrzeuge sind hier im Vorteil. Es spielt aber auch eine Rolle, wie viel Gewicht sich aus technischen Gründen in der Bodengruppe des Fahrzeugs befindet. Je mehr, desto besser.

Dem Fahrkomfort auch auf der Straße kamen zusätzliche Stoßdämpfer an den Blattfedern zugute. Wobei zügiger Straßenbetrieb beim Iveco Massiv mit Vorsicht zu genießen ist. Der Bremsweg bei kalter Bremse aus 100 Stundenkilometern beträgt über 50 Meter.

Großer Vorteil des Iveco Massiv ist, dass er in drei, strenggenommen sogar in vier Karosserieversionen verkauft wurde:

Als Dreitürer, als Fünftürer (4,72 Meter) und als Pickup. Zusätzlich gab es die Option, den Iveco Massiv "ohne alles" zu bestellen, also lediglich das Chassis ohne hinteren Aufbau. Nicht wenige wählten diese Option und bauten sich ihren eigenen Aufbau, meist in Form einer Wohnkabine.

Die Gebrauchtpreise des Iveco Massiv sind recht stabil, in Anbetracht des Neupreises von 39.980 Euro (2011).

Fotos © by Iveco

Iveco Massif Gelände-Daten

  • Wattiefe: 500 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 200 mm
  • Rampenwinkel: 33 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 50 Grad / 34 Grad
  • Kippwinkel: 40 Grad / 84 Prozent

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Platz 5

Land Rover NEW Defender - Wiedergeburt einer Offroad-Ikone

Land Rover New Defender im Gelände unterwegs

69 Jahre lang diente der Land Rover Defender. Er trug seine Besitzer rund um die Welt, marschierte durch Wüsten und Flüsse, pflügte Äcker, ging auf Großwildjagd, wurde aus Flugzeugen abgeworfen und kämpfte im Falkland-Krieg. Ein langes ereignisreiches Leben. Fast sieben Jahrzehnte lang, in denen der Defender, der "Verteidiger", zur Offroad-Ikone wurde. Im Jahr 2016 ging der "Landy" in Rente, die Produktion wurde eingestellt. Eine moderne und trotzdem würdige Konstruktion sollte die Ikone beerben.

 

Im März 2020 war es dann so weit: Der neue Defender der zweiten Generation.

Das Design erinnert nur noch entfernt an den charismatischen Vorgänger, die typischen Kanten wurden geglättet. Noch konsequenter war das, was sich unter dem Blech getan hatte. Kein Leiterrahmen, keine "Trampelachsen" mehr. Statt dessen Alufahrwerk mit Stahl-Hilfsrahmen. Dazu Einzelradaufhängung und optional Luftfederung. Technik aus dem Baukasten wie bei jedem beliebigen Großserienfahrzeug. Ein Baukasten-Land Rover auf der Plattform des Discovery.

Die Auswahl an Motoren ist groß:

Vier- und Sechszylinder-Benziner, drei Sechszylinder-Diesel. Leistung von 200 bis 404 PS. Krönung ist ein Achtzylinder-Benziner mit 525 PS. Damit ließen sich locker zehn Ur-Landys antreiben.

Um an die hervorragenden Geländeeigenschaften des ersten Defender heranzukommen, muss der Neue deutlich mehr Aufwand betreiben.

Zweistufiges Verteilergetriebe, sperrbares Mittendifferential und eine optionale aktive Sperre für das Hinterachsdifferential. Die Bedienung der effektiven Allradtechnik erfolgt aber nicht mehr über massive schwergängige Hebel, sondern komfortabel per Touchscreen.

 

Die Zeiten ändern sich. Auch bei den Fahrleistungen

Land Rover Defender offroad

Bis auf 240 Stundenkilometer zieht der V8 den Defender, lässt ihn in 5,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer sprinten. Der Fahrkomfort des Neuen ist natürlich um Welten besser; der Sitzkomfort auch. Der Defender 2 ist über zwei Meter breit; die fast sadistische Sitzhaltung ganz nah an der Tür ist Vergangenheit.

Man muss es offen aussprechen:

Der Neue kann alles besser als der Alte, das meiste sogar sehr viel besser. Am geringsten sind die Unterschiede im schweren Gelände. In ganz bestimmten Passagen aber, hat der Oldie noch die kantige Nase vorn.

Ganz traditionell ist der Defender 2 mit zwei Radständen von 90 und 110 Zoll, als Zwei- und als Viertürer, erhältlich. Auch ein Hardtop und ein Stoffdach können geordert werden. Tradition pur. Die Preise für den Neuen beginnen bei 52.700 Euro und enden irgendwo bei 125.000 Euro.

Für Geld gibt es beim Defender 2 fast alles. Nur eines nicht: Das Charisma einer 70-jährigen Historie.

Fotos © by Land Rover

Land Rover NEW Defender Geländefähigkeit / Daten

  • Wattiefe: 900 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 290 mm
  • Rampenwinkel: 39,7 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 38 Grad / 40,0 Grad
  • Kippwinkel: 31 Grad / 60 Prozent

*Modell mit elektronisch geregelte Luftfederung

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Platz 4

Ford Bronco - Nostalgie pur

Ford Bronco im Gelände

Von 1966 bis 1996 wurde der Ford Bronco der ersten Generation gebaut. Ein Kultobjekt! Auch in Deutschland. Dabei werden im Grunde genommen amerikanische Autos hierzulande nicht besonders geschätzt. Im Land der Spaltmaßfanatiker von Audi und Co. gelten Autos aus den USA als "schlampig verarbeitet". Trotzdem werden immer wieder US-Cars zu wahren Kultobjekten.

 

Auch im Fall des Ford Bronco der zweiten Generation zeichnet sich das ab

Die Produktion, die im Jahr 2021 anlief, ist restlos ausverkauft. 200000 Reservierungen liegen bei Ford vor. Grundsätzlich möchte Ford den neuen Bronco nach Europa, auch nach Deutschland, exportieren. Zunächst einmal muss jedoch der heimische Markt, die USA, bedient werden.

Der Hype um den neuen Bronco nimmt in seinem Heimatland hysterische Formen an. Einige Käufer, die einen ergattern konnten, verkauften ihre Beute mit zum Teil irrsinnigen Aufschlägen weiter. Von 100.000 bis 150.000 Dollar. Dabei liegt der Basispreis, der für Deutschland genannt wird, bei absolut fairen 26.400 Euro.

Doch faire Preise nutzen nichts, wenn nicht geliefert werden kann.

 

Aber warum sind die Menschen überhaupt so verrückt nach dem Bronco?

Da kommt einiges zusammen. zunächst einmal der Name. Dann der Auftritt als kerniger Zweitürer (es wird auch einen Viertürer geben). Dachmodule und Türen lassen sich mit wenigen Handgriffen entfernen. Ein unbezahlbares Gefühl der Freiheit.

Und - Überraschung - es gibt auch wieder einen Sechszylinder. Alles richtig gemacht, Ford. Und wenn der zweitürige Jeep Wrangler auf vielen Märkten als einiger direkter Konkurrent wegfällt, hat Ford endgültig freie Bahn für seinen neuen Geländewagen.

 

Und für das Gelände ist der Ford Bronco der zweiten Generation wie geschaffen

Ford Bronco Offroader

Großzügige Bodenfreiheit (mit 35 Zoll-Bereifung 30 Zentimeter), eine Wattiefe von 85 Zentimetern und ein Rampenwinkel von 30 Grad versprechen problemlose und unterhaltsame Stunden in schwerem Gelände. Die Böschungswinkel von 43 Grad vorn und 37 Grad hinten sind sogar extrem gut. Die Werte liegen alle deutlich am oberen Ende der Werte aller Geländewagen. Allradantrieb und Untersetzung sind zuschaltbar.

Ein Highlight ist natürlich der 2,7 Liter Sechszylinder-Benziner mit 310 PS. Er ist an die bekannte, gut funktionierende Zehngangautomatik gekoppelt. Der 2,3 Liter Vierzylinder wird wohl eine Randerscheinung bleiben. Auch im Mustang wollte den kaum jemand haben und der Verdacht drängt sich auf, dass Ford wohl noch zahlreiche dieser Motoren "übrig" hat.

Ford rechnet für den neuen Bronco mit 70 Prozent Neukunden, also mit Käufern, die vorher andere Fabrikate fuhren. Das Interesse in Europa, speziell in Deutschland, schätzen die Ford-Manager als hoch ein. Damit können sie durchaus richtig liegen. Das Problem mit der Produktion besteht aktuell weiter. Im Interesse aller Bronco-Fans bleibt nur zu hoffen, dass sich die Lage bald entspannt.

Fotos © by Ford

Ford Bronco Geländefähigkeit / Daten

Ford Bronco Sasquatch (bei 35 Zoll Bereifung)

  • Wattiefe: 851 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 295 mm
  • Rampenwinkel: 29,9 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 43,2 Grad / 37,2 Grad
  • Kippwinkel: k.A. Grad / k.A. Prozent

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Platz 3

Jeep Wrangler Rubicon 392 - die Legende erfahren

Jeep Wrangler Rubicon 392

Der Rubicon Trail ist ein historischer Postweg in Kalifornien, der 40 Kilometer lang über die Sierra Nevada vom Lake Tahoe nach Georgetown führt. Seit 1953 wird ein 30 Kilometer langer Abschnitt für Offroad-Rennen genutzt. Der mit Steinen und Felsen übersäte Trail gilt als härteste Offroad-Strecke der Welt.

Für hartgesottene Offroad-Fans ist das Rennen ein Muss, ein Mythos, eine Legende, eine Pflicht wenigstens einmal im Leben. Der Rubicon fordert alles von Mensch und Maschine.

Der Begriff "Rennen" ist hier allerdings missverständlich. Oft geht es minutenlang nur im Zeitlupentempo über Felsblöcke. Das Ganze ist eine Quälerei, für echte Fans jedoch die schönste Quälerei der Welt.

Jeep hat also nicht ohne Grund den besonders geländefähigen Ausführungen des Wranglers den sagenumwobenen Beinamen "Rubicon" gegeben. So auch dem neuesten Wrangler, dem 392.

 

Lässt sich mit ihm die Legende Rubicon erfahren?

Die Zahl 392 lässt diejenigen, die nicht in Kubikzentimetern denken, aufhorchen. 392 ist nämlich der Hubraum des stärksten Wrangler, nämlich in Cubic Inches. Und das sind umgerechnet 6,4 Liter Hubraum.

Mehr als drei Mal so viel als beim normalen Wrangler. Generiert von einem frei saugenden Achtzylinder, dem berühmten Hemi-V8. Hemi wie Hemishere wegen der halbkugelförmigen Brennräume. Achtzylinder-Benziner - natürlich ein Traum-Geländewagen.

Eine Gänsehaut-Maschine mit unmäßigem Durst, dafür aber mit Stil. 637 Newtonmeter Drehmoment ganz ohne irgendwelche heulendenden anfälligen Turbolader machen einfach nur Spaß.

Die Geländeuntersetzung von 2.72 zu 1 hätte durchaus noch verkürzt werden können, aber das hätten die ohnehin schon verstärkten Achsantriebe des 392 und das ebenfalls verstärkte ZF-Getriebe auf Dauer wohl nicht verkraftet.

Der stärkste Wrangler aller Zeiten - nach 34 Jahren Wrangler-Geschichte - ist etwas ganz Besonderes und lebt nicht nur von seiner atemberaubenden Performance, sondern auch von Werten, die sich in Zahlen nicht ausdrücken lassen.

Der 392 ist Sinnlichkeit pur, ein wahrer Genuss für alle Sinne. Der Rubicon wirkt wie eine Einladung für den Über-Wrangler, um sich selbst und die genialen Offroad-Fähigkeiten zu beweisen. Wohl einige der 392-Eigner werden nicht bereit sein, ihren V8-Liebkling auf dem mörderischen Trail in Gefahr zu bringen.

 

Ein teurer Spaß? Das ist relativ

In den USA wird der 392 gerade einmal 73.860 Dollar kosten. Das entspricht etwa 61.000 Euro. Dafür gibt es bei Mercedes in der G-Klasse - überhaupt nichts. Metalliclack schlägt beim G mit 1.202 Euro zu Buche, beim Wrangler 392 mit 245 Dollar. Schade, dass der Jeep Wrangler Rubicon 392 aktuell nicht für Europa vorgesehen ist. Er würde ganz sicher seinen Weg machen.

Fotos © by GM Company

 

Geländeeigenschaften vom Jeep Wrangler

Wrangler Rubicon 392 (bei 35 Zoll Bereifung)

  • Wattiefe: 853 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 328 mm (bei 35 Zoll Bereifung)
  • Rampenwinkel: 26,7 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 44,5 Grad / 40,4 Grad
  • Kippwinkel: k.A. Grad / k.A. Prozent

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Platz 2

Hummer H1 - das Feindbild

Hummer H1 Wasserdurchfahrt

In den Köpfen der Menschen wird der US-Offroader Hummer H1  gern mit Krieg und Gewalt in Zusammenhang gebracht. Das kommt nicht von ungefähr. Denn die Bilder aus dem Golfkrieg sind noch immer präsent. Der martialisch auftretende Geländewagen im Kriegseinsatz.

Genau dafür war er allerdings anfangs auch gedacht. Hersteller des H1 war AM General, ein reiner Militärfahrzeugproduzent. Der ab 1992 produzierte Hummer sollte Erfolge im Militäreinsatz erzielen. Nur dafür war er gedacht. Alltagstauglichkeit, Komfort, Kraftstoffverbrauch, all das spielte keine Rolle im Lastenheft der US Army.

Der Hummer H1 sah aus wie ein Panzer und fuhr sich auch so ähnlich. Den hohen Anschaffungspreis und die heftigen Unterhaltskosten bezahlte der Staat. Den vier Soldaten, die in dem Offroad-Monster Platz fanden, wurde kaum Komfort gegönnt. Der Hummer ist unerträglich laut, als Dauergeschwindigkeit sind 90 Stundenkilometer schon fast zu viel, mehr als 110 km/h sind ohnehin kaum drin.

Der Wendekreis von 15,54 Metern ist selbst für einen Geländewagen riesig, aber der Hummer sollte ja auch nicht wenden, sondern vorwärts fahren, zum Ziel. Natürlich ist ein Hummer im Gelände ein äußerst souveränes Fahrzeug, aber mehr als bedingungslose Geländetauglichkeit bietet er nicht.

Die Karosserie ist in erster Linie breit. 2,19 Meter Breite und 2,01 Meter Höhe disqualifizieren den Hummer für Innenstädte und Parkhäuser, woran die relativ sozialverträgliche Länge von 4,69 Metern auch nichts mehr ändern kann.

 

Erstaunlicherweise fand dieses militante Offroad Monster etwa Anfang des neuen Jahrtausends einen Weg ins zivile Leben.

Hummer H1 Top für schweres Gelände

Als erster Zivilist erwarb der aus Österreich stammende ehemalige Bodybuilder, Schauspieler und Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger einen Hummer für friedliche Zwecke. Bald wurden die breitschultrigen Hummer "in", ein Run, der bis heute anhält. Die Bereitschaft, viel Geld für ein Auto auszugeben, das nicht einmal die bundesdeutsche Autobahn-Richtgeschwindigkeit erreicht, dabei aber über bis zu 6,6 Liter Hubraum verfügt und 20 Liter oder mehr auf 100 Kilometer verschlingt, wuchs ständig.

Vom Hummer H 1 wurden insgesamt 12.000 Exemplare zum Stückpreis von jeweils 140.000 Dollar verkauft. Die Gebrauchtpreise starten aktuell bei 40.000 Euro und reichen bis über 100.000 Euro.

Kein Zweifel - der Hummer H 1 ist ein bemerkenswerter Offroader. Doch er ist nicht ganz unschuldig an einem Feindbild, das sich in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt hat. Kantig plus hoch plus Gelände - was der martialische Hummer in den Fernsehbildern vom Golfkrieg vorgemacht hat, führte in der Gesellschaft zu einem wachsenden Hass auf Geländewagen und SUV. Ein friedlicher Suzuki Jimny büßt somit für den Auftritt des Hummer.

Fotos © by GM Company

Hummer H1 Gelände-Daten

  • Wattiefe: 760 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 410 mm
  • Rampenwinkel: 29 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 72 Grad / 37,5 Grad
  • Kippwinkel: 45 Grad / 100 Prozent

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Platz 1

Mercedes Benz G 500 4x4 hoch 2 - mehr G geht nicht

Mercedes Benz G 500 4x4 hoch 2 im Gelände

Um es vorwegzunehmen - dem G 500 hoch 2 macht im Gelände vermutlich niemand etwas vor. Der kompromisslose Offroader fängt dort an, wo andere längst aufgehört haben. Beispiel Bodenfreiheit - luftige Portalachsen erhöhen diese auf astronomische Werte, 45 Zentimeter mit 22 Zoll-Bereifung sind eine klare Ansage.

Im Gelände sind die riesigen Grobstoller unschlagbar, auf der Straße sind sie alles andere als lustig. Sie sind ziemlich laut, so wie das ganze Fahrzeug. Ein lauter Mercedes-Benziner? Das ist tatsächlich so, trotz 210 Stundenkilometern möglicher Höchstgeschwindigkeit wird es bereits ab 150 km/h ausgesprochen ungemütlich.

Sich zu unterhalten wird fast unmöglich. Auch weil die vorn Sitzenden extrem weit auseinander sitzen, ganz dicht an den jeweiligen Türen. Die Krone des Geländekönigs fordert eben ihren Tribut.

Mit einem PKW, einem SUV, selbst mit einem gewöhnlichen Geländewagen hat der G 500 kaum etwas zu tun. Das beginnt bereits beim Einsteigen. Mit eben mal ein Bein anheben ist es da nicht getan. Die Einstiegszeremonie erinnert auffallend an einen LKW.

Wie überhaupt einige Daten und Werte des G 500 4x4 hoch 2 an einen Lastwagen erinnern. 14, 30 Meter Wendekreis zum Beispiel - das ist selbst für einen Geländewagen zu viel. Drei Tonnen Leergewicht stoßen ebenfalls in LKW-Dimensionen vor. Was allerdings überhaupt nicht zum LKW-Charakter passt: Eine Anhängelast ist für den Hoch 2 nicht vorgesehen.

Natürlich wird auch dieser Über-G bei Magna im österreichischen Graz gebaut. Oder besser gesagt: wurde!

Mercedes G 500 4x4 ² an einer Steigung

Als Neuwagen ist der Hoch 2 mit dem bis zu 585 PS starken Benziner nicht mehr erhältlich. Die rund 230.000 Euro waren also gut angelegt. Die Gebrauchtpreise dümpeln aktuell ab 170.000 Euro vor sich hin. Sinken werden sie wohl kaum noch. Das Alleinstellungsmerkmal des Geländekönigs Mercedes G 500 4x4 hoch 2 hat eben seinen Preis.

Fotos © by Mercedes-Benz

Mercedes Benz G 500 4x4² Geländeeigenschaften

  • Wattiefe: 1.000 mm
  • Steigfähigkeit: 45 Grad / 100 Prozent
  • Bodenfreiheit: 438 mm
  • Rampenwinkel: 47,4 Grad
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 51,6 Grad / 43,8 Grad
  • Kippwinkel: 36 Grad / 73 Prozent

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Zum Ranking

Das Ranking ist natürlich nicht fest sondern variiert je nach Bereifung! Ändert sich die Größe der Bereifung, so ändern sich auch alle Maßzahlen der Offroad-Daten. So kann auch ein Land Rover Defender, ein Toyota FJ Cruiser oder auch eine Mercedes G-Klasse mit größeren Offroadreifen ausgestattet werden. Einen echten Vergleich der Offroader kann es also nur geben bei ähnlicher Bereifung!

 

Diese Fahrzeuge fehlen

Fiat Panda 4x4 - Auch der Fiat Panda Cross 4x4 haben wir in dieser Liste nicht mit aufgenommen. Auch wenn er gute Geländeeigenschaften besitzt, ist er kein Geländewagen.

Weitere bekannte wie etwa Jeep Cherokee & Grand Cherokee, Mercedes Benz GLS oder auch alle Land Rover Modelle sind größtenteils Geländetauglich. Allerdings ordnen sich diese Fahrzeuge dem Segment "SUV" zugeordnet. Diese Fahrzeuge besitzen keinen Leiderrahmen und haben meist auch keine Starrachsen sondern Einzelradaufhängungen.

Die Land Rover Modelle wie etwa der "Freelander", "Range Rover" und der "Discovery" waren einst "echte Geländewagen", allerdings wurden diese im Laufe der Zeit mehr und mehr zum SUV ummodifiziert. Der Markt bestimmt eben die Nachfrage und SUVs sind einfach gefragt.

Weitere Fahrzeug die als SUV gewertet werden:

  • Hummer H2
  • Nissan Pathfinder
  • Nissan Xterra

Mehr Infos zum Unterschied zwischen SUV und Geländewagen:

SUV vs. Geländewagen

 


(Autor des Artikels: Andreas Busch)

 

youtube video | Interessante Youtube-Videos zu den Fahrzeugen:

Der Schwerpunkt unserer Videoauswahl - natürlich Offroad

Ford Bronco

Der neue Ford Bronco - Noch mehr offroad geht nicht!

New Ford Bronco vs The Rubicon Trail - During Jeep Jamboree!

 

Mercedes Benz G

Land Rover New Defender

Hummer H1, H2 & H3

Jeep Wrangler

Ineos Grenadier

Iveco Massif

Lada Niva bzw Taigun

Suzuki Jimny II

Toyota Land Cruiser J15