SUV-Letter
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Der neue VW T-Cross - Spät, aber nicht zu spät

Neuer VW T-Cross

Typisch Volkswagen: Die Wolfsburger schauen tatenlos zu, wie ein neues Fahrzeugsegment boomt. Dann kommt recht spät ein Volkswagen in genau diesem Segment auf den Markt und fährt direkt an die Spitze.  Ob das dem neuen Mini-SUV VW T-Cross ebenfalls gelingen wird, bleibt abzuwarten. Bislang ist diese Wolfsburger Taktik aufgegangen. Solide Technik, gute Qualität, hohe Preise. Da ist auch der neue VW T-Cross ein typischer Volkswagen.

Mit einer Ausnahme: Für ein Wolfsburger Produkt kommt das kleine SUV zumindest optisch auf Wunsch reichlich frech daher, was der mehrheitlich konservativen Klientel kaum schmecken wird. Bunte Felgen, zwölf nicht immer geschmacksichere Farben, auffällige Kontrastlackierungen und sogar Klebetatoos hat es bei den seriösen Wolfsburgern bisher nicht gegeben. Die optischen Ausrutscher gibt es glücklicherweise nur auf Wunsch. Das neue SUV VW T-Cross lässt sich auch (ab Frühjahr 2019) ganz nüchtern ordern, in schlichten Farben und mit dunkel gehaltenem Innenraum.

 

Der Kleinste hat Platz

Neuer VW T-Cross Cockpit

Der VW T-Cross basiert auf dem Polo, so wie der ähnlich gestrickte, bereits seit November 2017 erhältliche Seat Arona auf dem Seat Ibiza basiert.
Volkswagen verlangt für den höher gelegten Polo einen Aufpreis, der schwer durchschaubar ist. Sparfüchse, die beim Polo (65 PS) bereits ab 13.500 Euro fündig werden, gehen beim T-Cross leer aus. Der startet mit 95 PS bei 17.975 Euro. Bei der 95 PS-Version (so weit alles Dreizylinder) kommen sich Polo und T-Cross sehr nah. Lediglich 975 Euro ist der Polo günstiger, allerdings mit besserer Ausstattung. Als Vierzylinder-Benziner kommen beide um die 24.000 Euro, der Polo hat dann allerdings stolze 200 PS und damit 50 PS mehr als das Mini-SUV. Diese Preisgestaltung ist wie gewohnt das typische Volkswagen-Verwirrspiel. Preislisten müssen mit Bedacht, Sinn und Verstand studiert werden. Ansonsten kann es beim Extras-Ankreuzen richtig teuer werden.

Neuer VW T Cross Interieur

Der neue VW T-Cross hat jedoch gegenüber dem Polo einen unbestreitbaren entscheidenden Vorteil. Neben den SUV-typischen Vorzügen wie bequemer Einstieg und erhöhte Sitzposition bietet der T-Cross nämlich deutlich mehr Platz. Mit 4,11 Metern Außenlänge ist das VW-SUV gerade einmal sechs Zentimeter länger als der Kleinwagen Polo, die Breite von 1,76 ist nahezu gleich (Polo 1,75 m), in der Höhe jedoch überragt das SUV (1,58 Meter) den Kleinwagen um satte 14 Zentimeter. Der Normkofferraum fasst beim Polo lediglich 251 Liter, beim T-Cross sind es beachtliche 455 Liter, im Ernstfall die entscheidenden ein bis zwei Koffer mehr. Mit 1125 zu 1281 Litern umgeklappt ist der Unterschied nicht ganz so groß. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit, denn der T-Cross bringt serienmäßig und ganz untypisch für Volkswagen ohne Aufpreis eine umklappbare Beifahrersitzlehne mit. Für umfangreiche Transportaufgaben ist der VW T-Cross eindeutig das geeignetere Fahrzeug. Die maximale Anhängelast von 1200 Kilogramm ist bei T-Cross und Polo gleich - kein Wunder, besitzen sie doch den gleichen technischen Unterbau.

 

Bekannte Motoren - kein Allrad

Auch beim neuen VW T-Cross bedienen sich die Wolfsburger natürlich im großen Volkswagen-Baukasten. Das heißt, Basismotoren sind die bekannten Einliter-Dreizylinder in den Versionen 95 oder 115 PS. Neben den spürbaren 20 PS Unterschied bietet der stärkere Motor ein Sechs- statt Fünfganggetriebe. Nicht unbedingt nötig, jedoch sehr souverän ist der 1,5 Liter-Vierzylinder mit 150 PS. Auf der Benzinerseite ist das Angebot übrigens mit dem des voraussichtlich ärgsten Konkurrenten des VW T-Cross, dem Seat Arona identisch, allerdings zu durchschnittlich 1.000 Euro günstigeren Preisen.

Bei den Dieselmotoren gibt der Arona bei 115 PS auf, der T-Cross erhält einen überlegenen 150 PS-Selbstzünder.
Auf Wunsch gibt es natürlich das nicht uneingeschränkt empfehlenswerte Doppelkupplungsgetriebe. Beim ohnehin teuren T-Cross ist das Geld für den Schaltautomaten besser in den höheren Ausstattungslinien "Life" oder "Style" angelegt. Eines gibt es für den VW T-Cross jedoch weder für Geld noch gute Worte: Allradantrieb. Den gibt die Technik des Plattformspenders Polo nicht her. Die meisten Kaufinteressenten können damit leben. Wer auf Volkswagen und Allradantrieb nicht verzichten möchte, und wem der Tiguan zu groß ist, der muss zum über dem VW T-Cross angesiedelten VW T-Roc greifen (ab 29.875 Euro).

 Neuer VW T-Cross Heckperspektive

Starkes Auto - starke Konkurrenz

Vom hohen Kaufpreis und den mickrigen Garantieleistungen einmal abgesehen ist der VW T-Cross wie fast alle Volkswagen-Modelle ein empfehlenswertes Auto. Hier kann man nichts verkehrt machen.

Ist die durchweg günstigere Konkurrenz so viel schlechter? Die Frage muss beim direkten Konkurrenten Seat Arona verneint werden. Er bietet technisch das Gleiche wie der T-Cross, ist aber günstiger. Der Fiat 500X kann als der "etwas andere" T-Cross-Konkurrent angesehen werden, ist aber erstaunlicherweise genau so teuer und scheidet damit als ernsthafter Konkurrent aus. Wem es nur ums Geld geht, bestellt sich statt des VW T-Cross einen halb so teuren Dacia Sandero Stepway - mit allen bekannten Nachteilen. Keine wirkliche Alternative. Gefährlicher für das neue Mini-SUV aus Wolfsburg sind da eher die Konkurrenten aus Korea, der Hyundai Kona und der Kia Stonic. Den Hyundai gibt es sogar als Allradler, die Koreaner gewähren fünf beziehungsweise sieben Jahre Werksgarantie und bieten solide Technik.
Ein Erfolg wird der VW T-Cross ganz sicher trotzdem werden (Fotos: Volkswagen)

Tags: VW, VW T-Cross, SUV-Neuheiten

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