SUV-Letter
Tragen Sie sich in unserer Newsletter ein! Einmal im Monat erhalten Sie eine Mail mit den neuesten Infos über SUV, Geländewagen & Co.!

Audi E-Tron: Teurer, aber reichweitenstarker SUV mit Übergewicht

Elektro SUV Audi E-Tron
Foto: Audi AG

Die Fahrsituationen hinter dem Steuer eines Audi E-Tron verlaufen entspannt und gediegen zugleich. Mit einer Batterieladung schafft der beringte Vollblüter die Strecke von Düsseldorf nach Hamburg. Realistische Reichweite: 300 bis 400 Kilometer. Erst dann muss das Auto wieder an die E-Tankstelle zum Aufladen. Die Zeitspanne im idealen Fall: 30 Minuten.

Der Preis: wettbewerbstaugliche 17,95 Euro monatlich. Sagt Audi. Dem Fahrer bleibt also genügend Zeit, die Vorteile seines Audi-SUV zu genießen, eine neue Dimension der Elektromobilität zu erfahren. Inklusive innovative technische Daten. Der Grundpreis: ab 81.350 Euro.

 

Typisches Audi-SUV-Design

Die Verpackung der Technik beruht auf den Design-Ideen der Entwickler. Bereits die Außenmaße der Karosserie machen deutlich: „Hier kommt ein Audi.“ Millimetergenau bedeutet dies: 4901 x 1935 x 1629. Platz ist also reichlich vorhanden für bis zu fünf Personen. Ansonsten bleibt der SUV designtechnisch was er ist: Eine Designkutsche zwischen A6 allroad, Q5 und Q7 mit den typischen Merkmalen einer Aufsehen erregenden Front, in dessen Mittelpunkt LED-Hautscheinwerfer für gute Lichtverhältnisse sorgen. Alleinstellungsmerkmale sind schnell aufgeführt. Den Singleframe-Grill zieren eingeklebte Lamellen, hinten sind keine Auspuffendrohre sichtbar. Trotzdem ist der Wiederkennungswert durch die typische Rückansicht gegeben. Ach ja, auf jeder Fahrzeugseite sind Ladeanschlüsse verbaut, deren Klappen auf elektrische Befehle reagieren. Soweit zur äußeren Ausstattung.

 

Klare Innenverhältnisse mit jeder Menge nützlichem Beiwerk

Edel ist das richtige Wort für die Ausstattung im Innern des Fahrzeugs. Eine dominante Rolle übernimmt das Cockpit mit seinen Touchscreens, dem Getriebe-Wählhebel und seinen klaren, gut ablesbaren, virtuellen Rundinstrumenten. Die Materialien sind an das Oberklasseniveau angelehnt, die Beinfreiheit entspricht den hohen Anforderungen der Fahrgäste. Keine Kritik kann für die bequemen Sitze ausgesprochen werden, hinzu kommt dann noch eine fein austarierte Audi-Bedienlogik. Die beiden Touchscreens sind für die Bedienung ausgelegt und entsprechen den Vorgaben aus A6 und A8.
Hat der Besitzer die Außenspiegel wunschgemäß gegen Kameras ausgetauscht, stehen ihm zwei weitere Bildschirme für die Außenbeobachtung zur Verfügung und einen toten Winkel sucht er vergebens. Besonders nachts ist dieses System gewöhnungsbedürftig, bei Sonneneinstrahlung stören allerdings aufgesetzte Sonnenbrillen die durchblickenden Sichtverhältnisse des Autoumfeldes. Währenddessen liegen maximal 1725 Liter Gepäck gut aufgehoben im Kofferraum.

 

Zusammengefasst lesen sich die serienmäßigen Ausstattungsmerkmale so:

  • Luftfederung inklusive adaptiver Dämpfer
  • Erniegiegewinnung über Schub- und Bremsrekuperation
  • LED-Scheinwerfertechnik
  • Instrumente: digital
  • Wärmepumpe
  • Heckklappe: elektrisch
  • Zusätzliche Systeme denken logisch mit

Eine Spitze der Entwicklung hört auf den Namen „elektrischer Allradantrieb“. Seine Aufgabe ist die Regelung und die daraus resultierende Verteilung der Antriebsmomente zwischen Vor- und Hinterachse. Die Reaktionszeitpunkte liegen im Zeitfenster von wenigen Sekundenbruchteilen. Gekoppelt ist der Allradantrieb mit der elektronischen Stabilitätskontrolle, die vier Stufen bereitstellt, sich dazu auch noch abschalten lässt. Eine Bordkarte hat auch das System „Audi drive select“ erhalten, es ist zuständig für die Antriebscharakteristik sowie für die Reaktionen der Luftfederung. Bei schwierigen Straßenverhältnissen wird auf diesem Weg die Karosserie um bis zu 50 Millimeter, bei Autobahntempo um bis zu 26 Millimeter abgesenkt. Damit wird der E-SUV zum gediegenen Allrounder auf den meisten Straßen der Republik.

 

Audis Herzstück sind die beiden Motoren

Im Zentrum der Fortbewegung steht ein 95-kWh-starker Ionenakku, der alleine bereits 699 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringt. Eingelagert ist er zwischen aufwendig konstruierten Fünflenkerachsen in Kombination mit adaptiven Dämpfern und der obligatorischen Luftfederung. Nein, ein Leichtgewicht ist der E-Tron wirklich nicht geworden. Insgesamt kommt er auf stolze 2598 Kilogramm. Damit haben die beiden Elektromotoren dank ihrer Gesamtstärke von 408 PS allerdings kaum Probleme. Die Motoren erlauben bei jedem Gasstoß eine wahre Leistungsexplosion. Der Kleiner von ihnen wirft 135 Kilowatt plus 309 Newtonmeter vorne ins Rennen, der Größere bringt 165 Kilowatt und 355 Newtonmeter hinten mit, das Ganze koaxial angeordnet und in Längs- und Querrichtung verteilt. Traktion für beide elektrischen Motoren: 200 Prozent. Der Hintergrund: Leistungselektroniken. Dabei verblassen selbst kräftige Verbrennungsantriebe alternativer Oberklasseautos.

 

Schaeffler und Audi arbeiten in Getriebefragen eng zusammen

Aus der Formel E ist Getriebepartner Schaeffler nicht mehr wegzudenken. Dass gleiche geschieht jetzt mit der Entwicklung des E-Trons. Bestückt ist der SUV mit einem Getriebe sowohl in achsparalleler als auch in koaxialer Form. Letztere sogt für den Hinterradantrieb, erstere Form, verbunden mit der Vorderachse, agiert in Richtung Allradantrieb. Kernstück des Systems ist ein hochintegriertes Stirnraddifferential mit Zuschaltmöglichkeiten, falls der E-Tron während der Fahrt mehr Energie benötigt. Aus diesen Komponenten ergibt sich das von Audi gewünschte 1-Gang-stufenfreie Getriebe.

 

Der Audi E-Tron ist sein Geld wert

Ab einem Preis von 81.350 Euro steht der E-Tron vor der Garage eines neuen Besitzers und befördert diesen voll elektrisch auf eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Die 100er-Grenze ist bereits nach nur 3,4 Sekunden erreicht. Die Ausstattungsvariante entspricht dem E-Tron Quattro „Advanced“. Durch den Zukauf vieler und teurer Extras klettert der Preis in den sechsstelligen Bereich. Chapeau Audi, effizienter hättest Du das schwer übergewichtige E-SUV kaum antreiben können. Fraglich ist lediglich das System der Kameras als Ersatz für die Außenspiegel. Ansonsten ist Dir eine überragende Performance inklusive der Faszination Audi gut gelungen.