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BMW X1: Erfolg programmiert

BMW X1Als BMW einst in Atlanta den X5 vorstellte, legte der damalige Entwicklungschef und heutige „beste Manager Deutschlands“, Wolfgang Reitzle, die fahrdynamische Latte sehr hoch. „Auch unser Geländewagen muss die typische Fahrdynamik eines BMW aufweisen.“ Und dass dies stimmt, wurde auf der Rennstrecke nahe Atlanta überdeutlich. Und BMW war es auch, das sich von dem Begriff des „SUV“ (Sports Utility Vehicle) verabschiedet und den Begriff vom „SAV“ (Sports Activity Vehicle) kreiert hatten. Man wollte auch in Sachen Positionierung Distanz zu den Geländegängern aus grauer Vorzeit signalisieren.


BMW ist das voll gelungen, wenn man von der Durchsetzung des Kürzels SAV einmal absieht, die heute immer noch kaum jemand realisiert. Feststeht, dass sich BMW mit der X-Reihe nicht nur im Segment der Allrad-Geländewagen etabliert, sondern deren Geschichte seit dem X5 eigentlich neu geschrieben hat. Selbst der Vater aller Geländewagen von Range Rover wurde (damals gehörte das Unternehmen noch zu BMW) auf Basis des X5 weiterentwickelt.

BMW hatte mit der Geländewagen-Entscheidung eine glückliche Hand. Und zwar bis heute. Der kleinere Bruder X3 war seiner Zeit ebenfalls voraus, gab es dieses Segment vor ihm noch gar nicht. Konkurrenten zogen nach, während BMW mit dem X3 von einem Verkaufsrekord zum nächsten eilte. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass der X1 die Erfolgsgeschichte fortschreiben wird. Denn er kommt nicht nur zur richtigen Zeit, sondern er bietet auch das richtige Konzept für eine Gruppe von Kunden, die genau auf diese Größe von Geländewagen abfährt. Obwohl: Der X1 kommt einem nicht vor wie ein Einser, sondern eher wie ein 3er. Also Größe ist immer auch etwas Relatives.

Dass BMW den X1 auch noch „nur“ hinterradgetrieben als eine Art „Mogelpackung“ anbietet, dürfte die potenzielle Zielgruppe deutlich erweitern. Denn machen wir uns nichts vor: Wer von diesen Geländewageneignern fährt schon in die Kiesgrube, um das Potenzial des Autos auszureizen? Es gibt Untersuchungen, die diese Zahl mit fünf bis acht Prozent beziffern. Dass BMW den Anteil der Hinterradantriebe beim X1 mit 30 Prozent prognostiziert, dürfte eher untertrieben sein. Es kann durchaus passieren, dass bis zu 50 Prozent der Kunden bereit sind, einen BMW-Geländewagen ohne Vierradantrieb zu kaufen.

Man merkt dem X1 nicht an, dass er auf Basis des 3er touring entstanden ist. Im Gegenteil. Er wirkt eigenständig, er wirkt eben wie das Original X1. Man hat keinesfalls das Gefühl, im Verwandten eines anderen Modells zu sitzen. BMW gelingt es auch hier, Eigenständigkeit eines Modells mit den notwendigen Synergieeffekten aus dem Komponentenregal so zu verbinden, dass man es nicht wahrnimmt. Nicht viele Hersteller beherrschen diese Kunst.

Es ist geradezu wohltuend, auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen. Nichts wirkt beengt, klein oder gar „einsermäßig“. Selbst große Personen dürften vorne immer ausreichend Platz finden, was sogar für hinten gelten kann. Auch dieser BMW ist ergonomisch vorbildlich geschneidert. Dass der Innenraum darüber hinaus auch gut aussieht, darf man bei den Münchnern grundsätzlich voraussetzen. Überraschend ist, dass man sich als Fahrer nicht wie auf dem Kutschbock fühlt, sondern fast schon auf Pkw-Höhe, denn die Sitzposition ist nur leicht erhöht. Aber gerade so weit spürbar, dass vor allem das weibliche Geschlecht darauf abfahren dürfte. Frauen lieben die hohe Sitzposition eines Geländewagens, vielen von ihnen möchten aber auch nicht auf einem Hochsitz Platz nehmen. Der X1 bietet somit genau das richtige Mittelmaß.

Das Fahren im X1 gestaltet sich sehr komfortabel. Mit allen Motoren. Der Kunde hat bei der Motorisierung die Wahl zwischen einem 258 PS starken Sechszylinder und mehreren Vierzylinder-Dieseln zwischen 143 und 204 PS. Am besten hat uns der Motor im xDrive20d mit 177 PS und automatischem Sechsganggetriebe gefallen. Leistungsdaten sind immer auch Geschmacksache, klar. Aber was bei diesem Antrieb überzeugt, sind die Souveränität des Vortriebs, das hohe Drehmoment und die Zurückhaltung beim Verbrauch. Alle diese Werte sind optimal austariert.

8,6 Sekunden auf 100 km/h sind absolut temperamentvoll zu nennen, ein Geländewagen ist ja kein Sportwagen. Bei zügiger Fahrweise rund um Leipzig hatten wir nur 7,3 Liter auf 100 Kilometern auf der Uhr. Das ist zwar mehr als der offizielle Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern, angesichts unserer Fahrweise aber mehr als angemessen. Der verfügbare Handschalter soll offiziell nur 5,8 Liter verbrauchen, als zweiradgetriebener X1 sogar nur 5,3 Liter. Das sind allesamt Werte, die vor fünfzehn Jahren als reine Fantasie bezeichnet worden wären. Heute sind sie Realität und auch mit normaler Fahrweise locker zu erreichen. BMW hat mit dem Slogan Efficient Dynamics nicht nur eine griffige Formel fürs Marketing erfunden, sondern diese Technologie tatsächlich zu einem erfahrbaren Kundenvorteil gemacht.

Wer den günstigsten X1 (sDrive18d mit 143 PS) haben will, muss dafür ohne Extras nur 29.550 Euro ausgeben. Unser Favorit mit Allrad kostet 34.400 Euro, was absolut angemessen ist. Denn dass in allen Varianten die Klimaanlage zur Serienausstattung gehört, ein Lederlenkrad, Nebelscheinwerfer und CD-Radio samt BMW-Effizienz-Paket macht zusätzliche Extras wie z.B. Navigation nicht lebensnotwendig. Dass heute kein Auto mehr in nackter Basisausstattung gekauft wird, ist klar. Auch den X1 kann man preislich fast unendlich teurer machen.

Wie auch immer der Kunde entscheidet, ist der X1 mit jeder Ausstattung ein sehr gutes Angebot. Weil der X1 noch keine richtigen Wettbewerber hat, weil sie noch in der Entwicklung bzw. nicht auf dem Markt sind, wird BMW dieses Segment die nächste zwei Jahre anführen. Der Erfolg für den X1 ist jedenfalls programmiert. (automobilreport.com/ar/Peter von Hartenstein)


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