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Der neue Lada 4x4 Urban

Nicht gut, aber besonders - Der neue Lada 4x4 Urban

Lada Urban 4x4 3 Türer

Lada heißt auf deutsch "Liebchen". In den siebziger Jahren liefen Millionen von "Liebchen" in der damaligen Sowjetunion vom Band. Für die Lizenzbauten des Fiat 124 wurde eigens eine riesige Fabrik inklusive einer aus dem Boden gestampften Stadt errichtet. Weil der Lada Nova irgendwie italienische Wurzeln besaß und zu Ehren eines italienischen Kommunistenführers namens Togliatti wurde die neue Lada-Stadt "Togliattigrad" genannt. Sowohl der Fiat 124 als auch der Lada Nova waren schlechte Autos. Im vergangenen halben Jahrhundert sind in "Togliattistadt" große Mengen an schlechten Autos hergestellt worden - mit beispiellosem Erfolg. Bis heute erfreuen sich Ladas - zumindest in Russland - großer Beliebtheit. Schlecht heißt nicht automatisch erfolglos. Lada bleibt Lada - "Liebchen" eben.

1976 erschien der Lada Niva, ein kerniger Geländewagen - vielleicht eine Spur zu kernig. Der rollende Anachronismus hat mittlerweile Kultstatus.
Jetzt hat Lada etwas Neues im Programm. Einen "großen" Niva, einen Viertürer, immerhin 4,14 Meter lang. Der Längenzuwachs gegenüber dem Zweitürer erforderte keineswegs eine Neukonstruktion. Es geht auch einfach: auseinandersägen - einen knappen halben Meter Karosserie einschweißen - fertig.

 

Technik von vorgestern

Lada Urban 4x4 3 Türer

Die gesamte Technik des Lada Urban ist alt, aber nicht unbedingt bewährt. Angetrieben wird der Neue von einem betagten 1,7 Liter Vierzylinder-Benziner, der sich an guten Tagen zu 83 PS hochrappelt. Das reicht theoretisch für 140 km/h Spitze, sensible Naturen lassen es lieber bei der Hälfte bewenden. Beschleunigung gibt es nicht, der Lada wird höchstens - viel Geduld vorausgesetzt - nach und nach etwas schneller. Mindestens zehn Liter Super kostet die Entdeckung der Langsamkeit auf 100 Kilometer. Hinter dem Motor lauert ein manuelles Fünfganggetriebe mit nicht allzu exakten Schaltgassen. Das Getriebe heult und jault, hält aber der bescheidenen Belastung stand. Selbstverständlich besitzt auch der neue Lada Niva 4x4 Urban einen rustikalen, aber nahezu perfekt funktionierenden Allradantrieb. Auffällig ist der extrem große Wendekreis von 13 Metern. Wie das ganze Auto sind auch die Bremsen schlecht. Die hinteren Trommeln sind keine Entschuldigung; es gibt heutzutage Autos mit hinteren Trommelbremsen, die aus 100 km/h fünf Meter eher als der Lada stehen. Laut ist das Gelände-Urvieh natürlich auch - 81 Dezibel bei 130 Stundenkilometern grenzen schon an Körperverletzung. Fast noch schlimmer: 76 Dezibel bei 100 km/h, dem bevorzugten Reisetempo des Urban.

 

Die Kosten - Sternstunde für den Lada Niva 4x4 Urban

Ein schlechtes Auto muss doch auch gute Seiten haben - beim langen Niva sind es in erster Linie die Kosten. 13.490 Euro kostet der Viertürer - dagegen wirkt der kleine Zweitürer Suzuki Jimny wie ein Wucherangebot. Serienmäßig gibt es ein Untersetzungsgetriebe, heutzutage eine Rarität. Die Luxusausstattung Urban (1.300 Euro) bringt serienmäßig Colorverglasung, elektrische und beheizbare Außenspiegel, 16 Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung vorn und Metalliclackierung. Das ist mehr als fair, ändert aber nichts am grundlegenden Charakter des Lada. Die Versicherungen können an den Eignern des Lada Niva nahezu nichts verdienen. Sowohl in der Haftpflicht als auch in der Vollkasko ist der knorrige Geländegänger in Klasse 11 eingestuft, und damit ist er gegenwärtig das versicherungsgünstigste Auto überhaupt. Über die Ursachen kann lediglich spekuliert werden. Was die Haftpflichteinstufung betrifft - Lada Niva-Fahrer verursachen offenbar extrem selten Unfälle. Vermutlich ist das reiner Selbstschutz - immer noch besitzt der Niva keinen einzigen Airbag. Erstaunlich ist die spottbillige Vollkasko, eine Seltenheit bei ernsthaften Geländewagen. Schlussfolgerung: Der Russe ist robust und preiswert zu reparieren.

 

Fahren im Niva - Nostalgie pur

Für junge Menschen ist eine Fahrt im Lada Niva 4x4 Urban vermutlich eine Abenteuerreise. Der geländegängige Lada ist in vielen Belangen, besonders qualitativ, schon von einem Suzuki Jimny weltweit entfernt. Mit einem Range Rover Evoque oder VW Tiguan hat der Lada lediglich die vier Räder gemeinsam.
Der Niva federt weich, aber nicht gerade komfortabel. Kurven jeder Art erfordern höchste Konzentration. So war Autofahren früher. Laut, abenteuerlich. Der viel gelobte Volkswagen Käfer konnte kaum etwas besser als der Lada. Der kann wenigstens für angenehme Innenraumtemperaturen sorgen, auch wenn die Lüftung klingt wie ein startendes Passagierflugzeug. Die Verarbeitung ist schlecht, es klappert, knirscht und knarzt überall. ESP gibt es nicht, wie gesagt: höchste Konzentration in Kurven.

 

Auf der Habenseite - schlecht, aber nicht dumm

Lada Urban 4x4 5 Türer

Ein Lada Niva ist Kult. Das, was Porsche-Fahrer extrem teuer bezahlen müssen, bringt der Niva für etwas über 13.000 Euro einfach mit. Objektiv betrachtet, ist der Nutzwert des Lada sogar höher: Mehr Platz, bessere Geländetauglichkeit als jeder 911-er. Dazu einfache Technik für jeden Dorfschmied, kein Turbolader, keine Multimedia-Anlage, keine Assistenzsysteme. Wer viel Zeit hat, nicht lärmempfindlich ist und früh bremst, kommt mit diesem extremen Auto durchaus klar. Sicherheit liegt bei diesem Nostalgiker nicht in der Technik, sondern im Verantwortungsbewusstsein des Fahrers. Dieses skurrile Fahrzeug erzieht seine Benutzer und Benutzerinnen regelrecht. Mottos: Weniger ist mehr, Mut zur Bescheidenheit und "einfach, aber nicht gut, sondern anders". Der Lada Niva 4x4 Urban transportiert nicht nur Passagier und Gepäck, sondern auch ein Lebensgefühl. Und dieses Gefühl kostet bei anderen Autos ein Vielfaches.

 

Lada Urban 4x4 Bilder

  • lada-urban-4x4-3-tuerer-frontperspektive
  • lada-urban-4x4-3-tuerer-heckperspektive
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  • lada-urban-4x4-cockpit

 Foto © by Lada

Tags: Lada

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