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Spanischer Tiguan - der neue Seat Tarraco

SEAT Tarraco Seitenperspektive

Volkswagen, Seat, Skoda - das sind die drei automobilen Säulen des riesigen Volkswagen-Konzerns, zu dem auch so illustre Marken wie Bentley, Lamborghini, die italienische Motorradschmiede Ducati und der traditionsreiche LKW-Bauer MAN gehören.
Volkswagen, Seat und Skoda sind jedoch die verlässlichen Drei, die wirklich Stückzahlen bringen. Nach landläufiger Meinung der mehr oder weniger fachkundigen Experten an den Stammtischen gilt dabei VW als Qualitäts-Garant, Skoda als preisgünstige Alternative und Seat als Sportabteilung des Hauses Volkswagen.

Doch die Grenzen sind lange verwischt - die Realität sieht oft anders aus. Erste Überraschung: Der neue Seat Tarraco wird keineswegs in Spanien, sondern - ausgerechnet! - in Wolfsburg produziert. Für Insider ist das keine Überraschung - in Zeiten, in denen ein BMW X5 aus den USA kommt, ein Kia Sportage aus der Slowakischen Republik, ein Audi Q3 aus Spanien, ist das nichts Ungewöhnliches. Hergestellt werden die Fahrzeuge eben dort, wo es sinnvoll und günstig ist.

 

Den neuen Seat Tarraco als günstig zu bezeichnen, fällt jedoch schwer. Das Mittelklasse-SUV, eng verwandt mit VW Tiguan Allspace und Skoda Kodiaq, ist alles andere als ein Billigangebot. Der 190 PS-Benziner mit Allradantrieb kommt bereits auf über 40.000 Euro. Ohne allzu luxuriöse Extras, versteht sich. Ein vergleichbarer VW Tiguan Allspace ist nicht einmal 2.000 Euro teurer, bietet jedoch bei opulenter Ausstattung 30 PS mehr. Ein Zweiliter-Skoda Kodiaq mit immerhin 180 PS ist fast 5.000 Euro günstiger als das neue spanische SUV. Fast noch schlimmer für den Tarraco: In der Klasse der SUV über 40.000 Euro muss der Spanier gegen begehrte und charismatische Exoten wie den Alfa Romeo Stelvio, den Land Rover Discovery Sport und den Jaguar E-Pace antreten. Zwischen hauseigener Konkurrenz aus dem Volkswagen-Konzern und der imageträchtigen Wettbewerber aus Italien und Großbritannien wird der neue Seat Tarraco eine Lücke finden müssen. Dafür muss er schon einiges bieten. Platz zum Beispiel.

 

Viel Platz - aber kein Raumwunder

SEAT Tarraco Interieur 7 Sitze

Der neue Seat Tarraco erstreckt sich auf 4,71 Meter Außenlänge, bei 1,84 Metern Breite und 1,67 Metern Höhe. Gute Voraussetzungen für ein großzügiges Raumangebot. Tatsächlich sitzen fünf Passagiere durchaus bequem, die beiden Personen in der aufpreispflichtigen (800 Euro) dritten Sitzreihe jedoch nicht. Da sind die Fahrgäste Nummer sechs und sieben beispielsweise im Land Rover Discovery Sport wegen der größeren Höhe deutlich besser untergebracht. Dagegen ist der Normkofferraumwert von 700 Litern vollkommen in Ordnung. Der riesige, 20.000 Euro teurere VW Touareg bietet nur unwesentlich mehr. Die Anhängelast von bis zu 2250 Kilogramm spricht ebenfalls für den spanischen Pragmatiker aus Wolfsburg. Der Wendekreis von 11,90 Metern darf heutzutage bei den immer unhandlicher werdenden Autos schon als parkhausfreundlich gelten.

 

Neuer Motor - neues Glück?

Weder mit den skandalträchtigen Dieselmotoren noch mit den teilweise anfälligen Benzinmotoren hatte der Volkswagen-Konzern in der Vergangenheit Glück. Der Zweiliter-Benziner im neuen Seat Tarraco ist eine Neukonstruktion, angenehm leise (69 Dezibel bei 130 km/h), kräftig (8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h) und einigermaßen sparsam (Normverbrauch 7,3 Liter auf 100 Kilometer.

Neben dem neuen Benziner wird es bekannte Dieselmotoren mit 150 und 190 PS geben. Ein Minuspunkt für den neuen SEAT Tarraco ist die Tatsache, dass er ausschließlich mit dem Doppelkupplungsgetriebe angeboten wird. Handschalter suchen Interessenten zunächst vergebens. Das ist bedauerlich, weil die manuellen Schaltgetriebe aus dem Hause VW an und für sich ohne Fehl und Tadel sind. Von der Doppelkupplungsautomatik lässt sich das nicht behaupten. Auch wenn die neue Siebengang-Automatik im Tarraco entschlossen und präzise schaltet, sagt das noch nichts über die Langzeitqualität der Doppelkupplung aus. Für Interessenten, die dem Doppelkupplungsgetriebe (zum Teil zu Recht) grundsätzlich misstrauen, gibt es keine Handschaltalternative. Schade bei einem ansonsten guten und überzeugenden Auto.

 

Typisch Wolfsburger Preispolitik

Was die Preise und vor allem die Preispolitik angeht, ist der neue Seat Tarraco ein typischer Volkswagen. Der Einstiegspreis für den 190 PS starken Allrad-Benziner beträgt 40.380 Euro. Damit ist der Tarraco nach zwei 300 PS starken Cupra-Modellen und der Spitzenversion des Alhambra der teuerste Seat aller Zeiten. Allerdings bietet er dafür auch einiges. Was viele Interessenten verunsichert, ist die verwirrende Aufpreispolitik des Volkswagen-Konzerns. Einige technische Highlights sind überraschenderweise serienmäßig, sinnvolle Selbstverständlichkeiten kosten dagegen Aufpreis.

Der Seat Tarraco 2.0 TSI bringt serienmäßig Annehmlichkeiten wie Dreizonen-Klimaautomatik, schlüssellosen Zugang und LED-Scheinwerfer mit. Metalliclack schlägt mit 620 Euro zu Buche. Immerhin sind die Zeiten, in denen VW keine einzige aufpreisfreie Lackierung anbot, endgültig vorbei. Für den neuen Seat Tarraco gibt es eine einzige Farbe ohne Zuzahlung, ein etwas traurig wirkendes Dunkelgrau.

Unverständlich: Für das neue Seat-SUV ist eine jährliche Wartung vorgeschrieben. Andere Modelle aus dem Volkswagen-Konzern mit gleicher oder ähnlicher Technik müssen dagegen erst nach zwei Jahren zur ersten Inspektion. Höchst ärgerlich: Nach zwei Jahren endet auch für den nicht gerade günstigen Seat Tarraco die Werksgarantie, also das freiwillige Versprechen des Herstellers auf Mängelfreiheit. Dieses mangelnde Vertrauen in die eigene Qualität haben beispielsweise Land Rover, Jaguar, Honda, Subaru, Hyundai und Kia nicht. Sie bieten drei bis sieben Jahre Garantie. (Fotos: © by SEAT)

Tags: Seat, SEAT Tarraco

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