SUV-Letter
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Neuer Suzuki Jimny

Die zweite Generation des Kletterkünstlers "Jimny"

Suzuki Jimny 2018 Exterieur

Hervorgegangen ist der Suzuki Jimny aus dem Suzuki LJ 80, einem robusten Arbeitsgerät mit durchaus hemdsärmeligen Manieren. Ein echter Geländewagen mit den typischen Suzuki-Eigenschaften: Einfach, praktisch, gut. Extrem zuverlässig und langlebig, nicht schön, nicht schnell, nichts zum Angeben.

Die erste Generation des Suzuki Jimny lief verblüffende 20 Jahre lang vom Band. Gestört hat die lange Laufzeit offensichtlich niemanden; der kleine Geländegänger ist begehrt und beliebt; die Gebrauchtpreise sind hoch.

Jetzt, nach zwei Jahrzehnten, gibt es einen neuen Jimny. Viel Zeit, um Verbesserungen einfließen zu lassen. Rein äußerlich ist sich der neue Suzuki Jimny treu geblieben: Kurz (3,65 Meter Außenlänge), schmal (1,65 Meter ohne Spiegel) und hoch ((1,71 Meter). Und außerdem ist der neue Jimny immer noch ganz schön kantig. Die Fans wird es freuen, nüchtern denkende Kaufinteressenten sehen die praktischen Vorteile der kantigen Karosserie, die aussieht wie eine (gelungene) Laubsägearbeit: aufrechte Sitzposition, gute Übersicht, relativ viel Platz, parkfreundliche Abmessungen, geringe Sonneneinstrahlung im heißen Sommer. Das Normkofferraumvolumen beträgt lediglich 85 Liter, umgeklappt werden immerhin 830 daraus, auch bei 20 Zentimeter längeren Kleinwagen ein durchaus akzeptabler Wert. Hinten sitzt es sich bei großzügiger Kopffreiheit (96 Zentimeter, zum Vergleich Audi Q8: 94 Zentimeter) durchaus anständig. Zumindest dann, wenn der Einstieg durch die vorderen Türen erfolgreich absolviert ist.

 

Leistungsspritze

86 PS leistete der Motor des "alten" Suzuki Jimny. Beim neuen sind es immerhin 102 PS aus knapp 1,5 Litern Hubraum. Wie auch beim Vorgänger scheint sich Suzuki für die möglichen Fahrleistungen zu schämen. Nur 140 km/h wurden für den Vorgänger als Höchstgeschwindigkeit angegeben. Die meisten Exemplare liefen jedoch mühelos knapp 160 km/h; beim neuen Jimny stehen 145 km/h im Fahrzeugschein, folgerichtig wird er deutlich über 160 km/h laufen. Muss er aber nicht. Denn so viel Spaß das Fahren mit dem Suzuki Jimny macht, über 120 km/h hört der Spaß auf. Zu zappelig wird dann der Geradeauslauf, die hohe schmale, Seitenwind empfindliche Karosserie wankt und schwankt. Etwas kultivierter ist das neue 102 PS-Triebwerk geworden, ein braver, vollkommen unauffälliger Vierzylinder, natürlich ohne Turboaufladung. Der Sprint von null auf 100 Stundenkilometern gelingt in unspektakulären, jedoch vollkommen ausreichenden 12,5 Sekunden. Als Normverbrauch gibt Suzuki ehrliche 6,8 Liter an; der Vierzylinder ist nach der höchsten Abgasklasse Euro 6d-Temp eingestuft.

 

Immer noch der Geländekönig

Suzuki Jimny 2018 im Gelände

Dass dem Suzuki Jimny im Gelände auch zehnmal so teure Luxus-SUV oft nichts vormachen können, war schon beim Vorgänger so. Daran hat sich zum Glück nichts geändert. Viel Bodenfreiheit, kurze Überhänge und ein einfaches, aber effektives Allradsystem nehmen auch dem übelsten Gelände seinen Schrecken. Dazu kommt der für einen Geländewagen ausgesprochen geringe Wendekreis von knapp über zehn Metern. Als Highlight muss die serienmäßige Untersetzung betrachtet werden, ein sehr selten verbautes, aber höchst sinnvolles Feature, das die Zahl der Vorwärtsgänge auf zehn Stufen verdoppelt und das die in schwerem Gelände oft strapazierte Kupplung schont. Die theoretische Steigleistung von 41 Grad ist da nur logisch.

 

Held des Alltags

Der neue Suzuki Jimny ist ein angenehmer Begleiter im Alltag. So gesehen ist er nicht nur ein kerniger Geländewagen sondern ein durchaus ernst zu nehmendes SUV. Wendig in der Stadt, höchst komfortabler Einstieg, eine mögliche Zuladung von sagenhaften 541 Kilogramm und immerhin 1300 Kilogramm erlaubte Anhängelast sprechen für den bescheiden auftretenden Praktiker.  Was man dem Suzuki nicht zumuten sollte: Hohe Geschwindigkeiten, auch wenn die Kraft dazu ausreicht. Der Geländezwerg wird über 120 km/h ziemlich laut, Bremswege von über 42 Metern aus 100 km/h erfordern Vernunft und Selbstdisziplin.

 

Überschaubare Kosten und absolutes Alleinstellungsmerkmal

Der neue Suzuki Jimny ist auch abseits seines beeindruckendes Geländetalents ein überraschend vernünftiges Auto. 17.915 Euro Grundpreis ruft Suzuki für den Jimny auf. Da sind bereits Klimaanlage, vollwertiges Ersatzrad (an der Hecktür - nicht zu übersehen), Sitzheizung, Digitalradio, Bluetooth, Lichtsensor, Spurwarner und Notbremsassistent enthalten. Ein ehrliches Angebot - absolut keine Mogelpackung.

Der Rest ist Kosmetik: Vielleicht noch Metalliclack für 500 Euro. Oder damit man wenigstens auf 20.000 Euro kommt, zusätzlich das luxuriöse 2.070 Euro-Paket mit Aluminiumrädern, Klimaautomatik und LED-Scheinwerfern. Muss aber nicht sein.
Die Steuerlast von 148 Euro im Jahr ist erträglich, die Haftpflichtversicherung von Klasse 11 ist die niedrigste im PKW-Bereich. Einzig die relativ hohe Vollkaskoklasse von 23 erstaunt.
Drei Jahre volle Werksgarantie bis 100.000 Kilometer Laufleistung gibt Suzuki auch für den Jimny. Vertrauen hat der Hersteller offensichtlich auch in den Jimny.

Mit dem neuen Suzuki Jimny erwirbt man nicht nur einen vernünftigen Kleinwagen mit überragenden Geländeeigenschaften. Vielmehr gibt es praktisch als Zugabe ein recht zurückhaltendes Auto mit absolutem Alleinstellungsmerkmal. Vergleichen lässt sich der neue Suzuki Jimny mit keinem anderen SUV oder Geländewagen. Dem Fiat Panda 4x4 fehlt das Geländetalent, der wie der Jimny ähnlich geländetalentierte Lada Niva reicht in der Fahrzeugqualität nicht annähernd an den Suzuki Jimny heran. Am ehesten hätte der Land Rover Defender das Zeug zum Gegner. Noch geländegängiger, viel teurer, größer, langsamer, noch schlechtere Bremsen. Aber den Defender gibt es nicht mehr. Der Jimny ist allein.

Tags: Suzuki, Suzuki Jimny

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