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Toyota Land Cruiser - Facelift für die Legende

Toyota Land Cruiser

Der Toyota Land Cruiser ist eine Legende. Er ist nicht einfach nur ein Toyota, nicht einfach nur ein Geländewagen, sondern eben - der Toyota Land Cruiser. Inklusive seiner Vorgängermodelle durchmisst das Allrad-Flagschiff der Japaner seit Jahrzehnten Steppen, Wüsten und Wälder. Wenn in einem Natur-, Reise- oder Abenteuerfilm Geländewagen auftauchen, dann ist garantiert auch ein Toyota Land Cruiser dabei, mit noch höherer Wahrscheinlichkeit als ein Land Rover Defender.

 

Das Gelände-Urvieh von Toyota kennt Löwenjagden, Arktis-Expeditionen und Wüstenrallyes genau so gut wie Reitturniere, Skipisten und Innenstädte. Mit einem Satz: Der Toyota Land Cruiser kann alles und macht alles. Jetzt haben ihm seine Ingenieure und Designer ein Facelift spendiert. War das wirklich nötig?
Facelift bedeutet wörtlich übersetzt "Gesichtsstraffung". In den meisten Fällen handelt es sich dabei um geringfügige, mehr oder weniger auffällige technische und optische Änderungen eines bestehenden Modells. Oft geht es dabei um marktpolitische Ziele. Ein "altes" Auto soll mit wenig Aufwand für die Kaufinteressenten attraktiv bleiben. Profitiert der Außenseiter Toyota Land Cruiser von einer derartigen Maßnahme?

 

Ein Schritt in Richtung SUV

Im Fall des Toyota Land Cruiser hat die Bezeichnung "Facelift" tatsächlich ausnahmsweise einmal seine Berechtigung. Das "Gesicht" dieses kernigen Geländewagens ist wirklich gestrafft worden, und zwar eindeutig in Richtung modernes SUV. Die Frontpartie könnte von weitem betrachtet auch einem Jeep gehören, von ganz weitem gesehen auch einem anderen SUV, Geländewagen oder Pick-up. Insgesamt ist die Optik des eigenwilligen Einzelgängers beliebiger, austauschbarer, weichgespülter geworden.

Toyota Land Cruiser Seitenansicht

Was der Karosserie geblieben ist, das ist ihr überragendes Platzangebot. Wie seinen direkten - und unmittelbar einzigen! - Konkurrenten Mitsubishi Pajero gibt es den Toyota Land Cruiser als Drei- und als Fünftürer. Der "Lange" lässt mit 4,84 Metern Außenlänge, 1,89 Metern Breite und gewaltigen 1,85 Metern Höhe großzügige Innenmaße vermuten. Hier wird niemand enttäuscht. Obwohl das Gelände-SUV durch seine artgerechte Bodenfreiheit etwas Platz im Innenraum einbüßt, sind fast 2000 Liter maximales Kofferraumvolumen beachtlich. 621 Liter lautet der Wert als Fünfsitzer. Sind sieben Personen an Bord, schrumpft das Gepäckvolumen auf kleinstwagenhafte 104 Liter; dabei gilt es aber zu bedenken, dass auch die Passagiere in der dritten Reihe -ganz anders als bei den meisten anderen Siebensitzern - recht kommode Plätze vorfinden. Und wenn es nicht reicht mit dem Gepäck - der Toyota Land Cruiser darf satte drei Tonnen schwere Anhänger ziehen, das genügt für über 100 schwere Koffer.
Übrigens: Der direkte Konkurrent Mitsubishi Pajero weist erstaunlich ähnliche Karosseriewerte auf, lediglich bei der Anhängelast übertrifft er mit vollen 3500 Kilogramm den Land Cruiser.

 

Schiffsdiesel für Straße und Gelände

Aus 2,8 Litern Hubraum gewinnt der Land Cruiser unaufgeregte 177 PS. Das Ganze verteilt sich auf nur vier Zylinder, gewaltige Einzelhubräume sind die Folge. Das ist einmalig, oder wäre es zumindest, wenn es den hartnäckigen Konkurrenten Mitsubishi Pajero nicht gäbe. Der leistet 190 PS aus 3,2 Litern Hubraum - ebenfalls ein Vierzylinder.

Toyota Land Cruiser Heckperspektive

Hier wie dort sind keine Wunder an Laufkultur zu erwarten. 700 bis 800 Kubikzentimeter pro Zylinder gehen schon in Richtung Schiffsdiesel. Wer den Toyota Land Cruiser mit seinen 177 PS bei 2,1 Tonnen Leergewicht und zulässigen sechs(!) Tonnen Gesamtzuggewicht als lahme Ente bezeichnet, hat den Sinn dieses Fahrzeugs nicht verstanden. 175 Stundenkilometer mögliche Höchstgeschwindigkeit und eine Beschleunigung aus dem Stand auf exakt 100 Stundenkilometer (Wer tut so etwas?) in 12,7 Sekunden sind für den Toyota Land Cruiser einfach nur Zahlen - sonst nichts. Auch der Normverbrauch von 7,4 Litern Dieseltreibstoff auf 100 Kilometer interessiert nur am Rande. Und außerdem lassen die sich entspannt aus einem 87 Liter großen Tank schöpfen.

 

Cruisen oder Fahren

"Cruisen" bedeutet ursprünglich "kreuzen", womit die gemächliche, jedoch effiziente und nachhaltige Bewegungsform von Segelschiffen gemeint war. Der Toyota Land Cruiser überträgt diese Reisephilosophie gekonnt auf Straße und Gelände. Und das ist auch in seiner neuesten Variante nach dem aktuellen Facelift so. Der Vergleich mit einem Segelschiff kommt nicht von ungefähr. Der Land Cruiser fährt nicht einfach nur los, er legt ab. Und dann gibt es kein Halten mehr. Vom ersten Moment an fassen Land Cruiser-Neulinge Vertrauen zu dem Gelände-Urgestein. Die Hektik und der Leistungszwang eines BMW X5 ist dem Toyota Land Cruiser vollkommen fremd, allerdings auch die Zielgenauigkeit der Lenkung des bayrischen Nicht-Konkurrenten. Für den Einsatzzweck des Land Cruiser sind die Bremsen ausreichend.

Toyota Land Cruiser Cockpit

Die Sternstunde des Toyota Land Cruiser schlägt beim Fahrkomfort. Die Frage, warum Audi, BMW, Mercedes und Porsche diesen Wohlfühlkomfort nicht in ihre SUV-Fahrwerke einbauen, ist schnell beantwortet: Sie können es nicht. Sie können es deshalb nicht, weil ein BMW X5 dann auf dem Nürburgring ähnlich talentiert wäre wie ein Dacia Duster und ein Porsche Cayenne im Ernstfall auf kurvenreichen jeden Honda CR-V oder Mazda CX-5 ziehen lassen müsste.

Toyota Land Cruiser Interieur

Man kann eben nicht alles haben. Man muss sich entscheiden. Der Toyota Land Cruiser hat sich entschieden: für den Komfort, für überragende Geländeeigenschaften, gegen Hektik, Härte und Zehntelsekunden-Rechnerei. In Kurven neigt sich der Riese heftig zur Seite, da ist es wieder, das Segelboot. Gefühlt traut man dem Toyota Land Cruiser nur halb so hohe Kurvengeschwindigkeiten zu wie einem BMW X5 oder Porsche Cayenne. Für einen übervollen Terminkalender und die Lust am Sport ist das schlecht, ansonsten ist es gut: für den Führerschein und das eigene Wohlbefinden.

 

Teuer oder fair?

Da der Toyota Land Cruiser außer dem Mitsubishi Pajero hierzulande keinen direkten Konkurrenten hat, ist die Beurteilung des Kaufpreises von 45.790 Euro nicht ganz einfach. Der Mitsubishi Pajero kommt bei ähnlicher Ausstattung etwas günstiger. Die Entscheidung ist bei der Ähnlichkeit der beiden japanischen Sonderlinge eher Geschmacksache.

Geht´s nicht günstiger? Wer auf den Platz des Land Cruisers verzichten kann, aber dessen Geländetalente benötigt, sollte sich den Toyota Hilux (ab 28.798 Euro) ansehen.
Wer glaubt, mit dem Toyota RAV4 (ab 27.990 Euro) ähnliche Talente billig zu bekommen, wird enttäuscht. Weder im Alltag noch vom Wohlfühlkomfort her kann der RAV4 dem großen Bruder Land Cruiser auch nur annähernd das Wasser reichen.
Die Einzigartigkeit des Toyota Land Cruiser (und, ja, auch die des Mitsubishi Pajero) macht Vergleiche mit anderen SUV und SUV-Kategorien schwierig. Ein SUV Mercedes GLA, ja selbst ein vergleichsweise winziges SUV Audi Q2 kann schnell 45.000 Euro kosten. Der Nutzwert der beiden Premium-SUV ist naturgemäß gering, das Image groß. Entscheidungssache.

Gebrauchte Toyota Land Cruiser? Wohl dem, der einen findet. Übertrieben, aber im Kern wahr: Toyota Land Cruiser werden vererbt - nicht verkauft. (Fotos: Toyota)

Tags: Toyota Land Cruiser, Toyota

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