SUV-Letter
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SsangYong Rexton - neues SUV vom dritten Koreaner

SsangYong Rexton W Frontperspektive 

Hyundai und Kia sind mittlerweile etablierte koreanische Fahrzeugproduzenten. Doch es gibt noch einen dritten namhaften Hersteller.
SsangYong hat es hierzulande vor einigen Jahren schon einmal versucht - mit durchaus praktischen Geländewagen und Vans; von letzteren ist der fast schon genial-hässliche Rodius in unguter Erinnerung geblieben. Dann kehrte SsangYong zurück, nicht mehr mit skurrilen Außenseitern, sondern mit Modellen wie dem massenkompatiblen kompakten Tivoli.
Der dritte Koreaner meldete sich halbwegs modern zurück - die Verkaufszahlen stiegen. Jetzt hat Ssangyong das eher traditionsreiche Modell Rexton neu aufgelegt. Das stattliche SUV spielt eigentlich in der gleichen Liga wie BMW X5 und Mercedes GLE, ist aber vollkommen anders.

 

Leiterrahmen - was ist das?

SsangYong Rexton W Seitenansicht

Als etwas schrulliger Außenseiter outet sich der Rexton bereits durch sein Konstruktionsprinzip. Der 4,85 Meter lange Geländewagen verfügt nämlich nicht über die heutzutage übliche selbst tragende Karosserie, sondern über einen Leiterrahmen. Was bedeutet das in der Praxis?
Fahrzeuge mit Leiterrahmen sind heutzutage - bis auf wenige Ausnahmen - nur noch im LKW-Bereich zu finden. Selbst Busse fahren mehrheitlich mit der modernen, selbst tragenden Karosserie. Pionier war in den sechziger Jahren der Bushersteller Setra (daher der Name: "Setra" für "selbst tragend). Im PKW-Bereich ist zuletzt das DDR-Produkt Wartburg nach heutigen Maßstäben eher unangenehm aufgefallen; der legendäre Trabant war konstruktionstechnisch eindeutig das modernere Fahrzeug.
Die Nachteile eines Leiterrahmens sind eindeutig: Unter der eigentlichen Karosserie sitzt wie bei einem LKW ein Gebilde aus Stahlprofilen. In der Praxis: Die Fahrzeuge sind schwer, bauen relativ hoch; im Innenraum ist trotzdem weniger Platz als in einer heute üblichen, selbst tragenden Karosserie. Wer je in einem Wartburg mitgefahren ist, kennt das: hoher Einstieg, aber kaum Luft über dem Kopf.
Andererseits: Der Leiterrahmen hat massive, im Fall des SsangYong nicht zu unterschätzende Vorteile. Der Unterbau ist recht unempfindlich gegenüber schwierigem Gelände, auch heftigeren Parkremplern und Korrosion. Auch schwere Anhänger steckt so ein stählerner Unterbau locker weg. Theoretisch geht noch viel mehr: Auf den stabilen Leiterrahmen lassen sich alle denkbaren Konstruktionen aufschrauben: Limousine, Van, Bus, Cabrio.
Aber ganz so bunt möchte es Ssangyong mit dem neuen Rexton dann wohl doch nicht treiben. Aber Respekt: Heraus gekommen ist ein interessanter, durchaus ernst zu nehmender Geländewagen.

 

Modernisierte Technik, akzeptable Qualität

SsangYong Rexton W Interieur Cockpit

Um halbwegs mit japanischen, deutschen und britischen Produkten mithalten zu können, musste sich SsangYong technisch und qualitativ ganz schön strecken. Das Ergebnis überrascht im positiven Sinn.
Auf Sechs- oder gar Achtzylindermotoren verzichten die Koreaner. Ein braver, 2,2 Liter großer Vierzylinder-Diesel treibt den Exoten an. 181 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment treiben den Rexton auf in diesem Segment uninteressante 185 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit.
Interessant: Das neue Korea-SUV gibt es wahlweise mit Allradantrieb oder als Hecktriebler (!). Serienmäßig verfügen beide Versionen über ein manuelles Sechsganggetriebe. Gegen 2.000 Euro Aufpreis gibt es eine Siebengang-Automatik aus dem Hause Mercedes-Benz. Die muss nicht sein, erhöht aber die zulässige Anhängelast von 2,7 auf drei Tonnen.
Im Innenraum gibt sich der Rexton alles andere als karg. Die Verarbeitung stimmt, das war allerdings beim ersten Einstiegsversuch von SsangYong in den hiesigen Markt ebenfalls so. Was deutlich gewonnen hat, sind die verwendeten Materialien. Besonders in der Top-Ausstattung Sapphire macht der Außenseiter auf nobel. Nappa-Leder mit hochwertigen Bezügen suchte man in der SsangYong-Welt bisher vergebens; jetzt ist der Rexton tatsächlich im Premium-Bereich angekommen, wenn auch nur ganz bescheiden am unteren Rand.

 

Preise aus einer anderen Zeit

SsangYong Rexton W Interieur

Motorseitig und fahrwerksmäßig kann der solide gemütliche Rexton zu keiner Sekunde mit einem BMW X5 oder Mercedes GLE mithalten. Auch Image und Prestige sind Welten von den süddeutschen Produkten entfernt. Alles andere jedoch macht nachdenklich, höchst nachdenklich.
30.990 Euro kostet das große, optional siebensitzige SUV. Dafür gibt es einen spärlich ausgestatteten VW Tiguan oder einen praktisch nackten Audi Q3. In der BMW X5-Sprache heißt das: einen X5 oder mindestens zwei Ssangyong Rexton. Selbst mit Premium-Features wie elektrischen Sitzen und Rundumsicht-Kamera bleibt der Koreaner weit von GLE und X5 entfernt. Erstaunlich: Für die meisten Aufgaben (auch normalen Anhängerbetrieb) reichen Heckantrieb und Schaltgetriebe. Wer aufrüsten will, verliert jedoch nie den finanziellen Überblick. Das ganze Auto wirkt nicht perfekt, nicht abgehoben, aber ehrlich.
Und nicht zuletzt: Auch wenn der Rexton in vielen Bereichen BMW und Mercedes hinterherfährt, in den Garantieleistungen hat er die Nase vorn. Nur zwei Jahre freiwilliges Qualitätsversprechen für den Mercedes, nur peinliche Gewährleistung für den BMW.

Fotos: SsangYong

Tags: SsangYong, SsangYong Rexton W

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